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08.09.2005 Contradiction
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Ihr wart nicht gerade vom Glück verfolgt, was die VÖ Eurer CD´s angeht. Trennung von dem alten Label 1998, Demo CD "Contraminated" ohne Rückhalt eines Labels. Ist Armageddon nun der Glücksfall, ein Wendepunkt? Im Sinne einer Möglichkeit Contradiction weltweit unter einem vernünftigen Dach zu vertreiben ist Armageddon auf jeden Fall ein Glücksfall, zumal wenn man bedenkt, das Armageddon an uns herangetreten sind, was ja auf jeden Fall für die Qualität der Band spricht.. Wir hatten de facto noch keinem Label unser neues Material angeboten. Was wir auch seit 1994 nicht mehr getan hatten. Euer aktuelles Album "The Voice Of Hatred" und das schlichte aber sofort klar verständliche Cover drücken bereits viel Sozialkritik und Hass aus, was sich in den Songs zum Teil fortführt und sehr zum Nachdenken anregt. Welche Message wollt Ihr den Fans insgesamt mit auf den Weg wegen und bist Du privat auch ein sehr kritisch denkender Mensch? Die Message ist: schaut Euch um, was passiert, wie die Medien die öffentlich Meinung beeinflussen. Ich meine wir leben in einem Land, in einer Zeit, wo sich Menschen offensichtlich schämen sollen, für ihre Arbeit adäquat entlohnt zu werden. Der Arbeitnehmer wird mehr und mehr in eine Bittstellerposition gedrängt. Ganz zu schweigen von den globalen Ungerechtigkeiten. Die Welt wird immer zu einem Spielplatz für eine kleine schwerreiche Elite, die sich alles herausnimmt und den Rest der Menschheit als Kapital betrachtet, den man mehr oder weniger nutzt, oder eben wegrationalisiert. Die Auswüchse in der dritten Welt sind ganz deutlich und was gerade in den USA passiert ist, zeigt auch deutlich wie dort mit Menschen umgegangen wird. Ich könnte hier Seitenweise referieren. Vielleicht solltet ihr einfach mal ATTAC in die Suchmaschine eingeben und ein wenig lesen. Hass ist eine Emotion die sich bei mir immer dann auftut, wenn etwas nicht gerecht ist. In diesem Sinne betrachte es als ein positives Gefühl. Magst Du bitte das Album für alle, die es noch nicht gehört haben kurz und knackig beschreiben? FETT - MELODIÖS - AGGRESSIV - THRASH MIT EIERN Wer hatte eigentlich damals die Idee zum Namen Contradiction? Da steckt ja indirekt auch wieder das Wort "Contra"drin… Contradiction bedeutet Widerspruch und der Name macht deutlich, dass wir eine politische Message haben. Die Idee kam, soweit ich mich erinnere vom Oliver Kämper. Das Logo hat unser damaliger Drummer Lappen entworfen. Ihr habt Euch vorrangig einen sehr guten Ruf als Live-Band erarbeitet und mit unzähligen Gigs dies immer wieder bewiesen. Die Verkäufe Eurer CD´s sind zwar durchaus beachtlich, für die wenigen Möglichkeiten die Ihr hattet, der große Durchbruch war es jedoch noch nicht. Was glaubst Du woran es liegt? Wenn ich das wüsste, würde ich einfach daran arbeiten. Ich denke, das wir eine zeitlang nicht konsequent an der Band gearbeitet haben und Mitte der Neunziger zu unerfahren an die Businesssache herangegangen sind, was unserer Firma den Freibrief zur Abzocke gegeben hat. Wir hatten niemals ein Management und immer alles im Alleingang gestemmt. Das hilft uns heute bei unserer Arbeit. Jetzt bekommen wir natürlich auch die allgemeinen Umsatzeinbrüche des Marktes zu spüren. Wie ist denn Eure Tour mit Overkill verlaufen? Seid Ihr zu frieden? Gut gelaufen. Wir sind soweit zufrieden Ihr habt dieses Jahr erstmalig auch in Wacken gespielt, wenn auch leider mitten in der Nacht. Wie ist es Euch ergangen? Eigentlich ganz gut. Am Anfang war es zwar ziemlich leer, aber nach zwei, drei Songs füllte es sich und es ging ziemlich ab. Wie hast Du WOA sonst erlebt? Was waren Deine Highlights? Schlamm und Regen. Meine Highlights waren Accept, Kreator und Machine Head. Du bist bei Contradiction an den Vocals und spielst Gitarre, bei Deiner anderen Band Cyberya spielst Du nur Gitarre. Als was siehst Du Dich am Meisten? Sänger oder Gitarrist? Eher als Gitarristen. Aber bei ´Cyberya singe ich auch, nämlich die harten Gesänge und die zweiten Stimmen. Wie gerade erwähnt, spielst Du auch in der Band Cyberya, welche sich von Contradiction musikalisch stark abhebt und um die es schon länger ruhig ist. Gibt es Neuigkeiten diesbezüglich? Leider nein. Wir sind zur Zeit noch 4 Leute, wobei von der Urformation nur noch der Rob (B) und ich übrig sind. Wir versuchen gerade die Band neu zu positionieren, was aber aufgrund chronischen Zeitmangels recht schwierig ist. Wie bist Du eigentlich zur Musik und letztendlich zum Thrash/Metalcore gekommen? Tja, ich habe einfach irgendwann Anfang der 80er AC/DC um die Ohren gehauen bekommen, später dann Bands wie Maiden, dann Mitte der 80er Metallica und die gesamte Bay Area Szene und 1988 habe ich dann angefangen Gitarre zu spielen um dann 1998 mit Hernn Kämper Contradiction ins Leben zu rufen. Ihr habt bereits damals mit vielen bekannten Bands gespielt wie z.B. Entombed, Testament oder Iced Earth und auch in diesem Jahr spielt Ihr sehr viele Gigs auf Festivals und Tourneen. In wie weit beeinflusst es heute noch euren eigenen Stil? Naja, ich würde sagen, dass unsere Wurzeln in den Bands liegen, die man aus den 80er 90er Jahren kennt. Aber wir werden schon durch aktuelle Bands die wir hören und sehen beeinflusst. Habt Ihr schon mal darüber nachgedacht, Euer Video, das damals auf MTV gespielt wurde zu veröffentlichen auf einer der nächsten CD´s als Bonus zum Beispiel? Nein. Das Video entspricht nicht mehr dem heutigen Standard, vielleicht ergibt sich mal die Gelegenheit, das Teil im Rahmen einer DVD als Bonus zu veröffentlichen, aber ich denke eher nicht. Wenn ich richtig liege, bist Du das einzige Mitglied der Urbesetzung. Gab es mal Gedanken zum Aufhören, nachdem es nach den anfänglichen Erfolgen nicht mehr so gut lief? Du liegst in diesem Falle falsch, weil der Oliver Kämper auch schon von Anfang an dabei war und den Gedanken aufzuhören hatte ich sicherlich schon mal, aber nicht wegen der "Erfolglosigkeit" der Band, sondern eher weil es sehr anstrengend ist Band und Familie, sowie Arbeit unter ein Dach zu bringen. Aber dann denke ich mir, das Musik, eine Band machen ein wunderbares Hobby ist und ich gute Zeiten mit guten Freunden verbringe und dann ist mir klar, dass ich das einfach brauche. Es gibt mittlerweile Unmengen von Festivals und Tourneen im Jahr, der Fan kann sich kaum entscheiden. Glaubst Du die Branche macht sich selbst kaputt? Davon bin ich überzeugt. Es gibt immer mehr die sich auch ein Stück von dem Kuchen abschneiden wollen, leider auch mit einer Menge unseriösen Veröffentlichungen. Dazu kommt das dieser Kuchen immer kleiner wird und es gibt dann noch diese unzähligen Reunions in der sich alte eigentlich tote Bands selber recyceln um schnell noch ein paar Cent abzugreifen. Was ich ehrlich gesagt zum Kotzen finde. Ausserdem macht die mittlerweile recht stattliche Anzahl an Festivals den Livemarkt kaputt, weil man jede erdenkliche Band dort sehen kann und die Touren anschliessend, oder im Vorfeld schlecht besucht sind. (tennessee) |
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