Interview

09.09.2008 Airbourne
 
Sie gelten als einer der heißesten Newcommer der Szene. Mit ihrem Debut "Runing Wild" sahnen die vier Aussis von AIRBOURNE eine Top-Platzierung nach der anderen ab. Sie geben dem Begriff Kick-ass-Rock'n Roll eine neue Bedeutung und steigen bei ihrem Deutschland-Debut gleich auf die größten Bühnen: Rock am Ring, Rock im Park und im Dezember in den Arenen der Republik als Support der TOTEN HOSEN. Wir trafen Ryan o'Keefe, Schlagzeuger der Band, nach ihrem energiegeladenen Gig auf dem W:O:A.
Hi Ryan. Was lief in Deiner Kindheit schief?

Wieso? War alles ganz normal.

Erzähl keinen Quatsch. Ich bin seit zehn Jahren in Wacken. Aber noch nie hat mich ein Auftritt so weggeblasen wie AIRBOURNE 2009. Das müssen doch aufgestaute Kindheitsagressionen sein...

Nein nein, wir lieben einfach was wir tun. Hey, außerdem sind wir noch jung. John (Sänger und Gitarrist – der Verfasser) und ich sind 25, die anderen auch so rum. Wir können nicht einfach so auf der Bühne rumstehen, wir leben Rock’ n Roll.

Dies wird definitiv das erste Interview in der Geschichte, in dem der Name eine sehr berühmten australischen Band nicht fallen wird. Trotzdem: Down under hat einen sehr eigenen Stil geprägt – roh einfach, Kick ass. Warum?

Vielleicht ist etwas in unserem Wasser... Oder das Känguru-Fleisch hat etwas in sich... Wir sind mit Rose Tattoo und der „Band-deren-Namen-wir-nicht-nennen-wollen“ aufgewachsen. Wir haben in Pubs und Clubs begonnen. Und wir spielen immer noch in Pubs und Clubs. Vielleicht spiegelt unsere Musik, die australische Mentalität wider: Wir sind nicht so kompliziert wie viele andere...

Trotzdem seid Ihr in die Staaten gezogen...

Ja, seit Ende Januar sind wir in New Jersey. Passt ganz gut, weil das Headquarter unseres Labels Roadrunner in New York ist. Unser Haus in Jersey haben wir aber wieder abgestoßen. Wir waren nie dort. Denn wir sind ja seit Monaten ständig auf Tour. Und die Hütte kostete uns einen A... voll Geld. Jetzt ist unser Heim ein Tourbus – wir leben auf der Straße....

Was war denn der Grund nach USA zu gehen? Karriere?

Na ja, schon auch. Wir waren durch Australien getourt, das Album kam im Juli 2007 raus. Und N.Y. ist eine ziemlich gute Drehscheibe, um in den Staaten, UK und Europa anzugreifen.

Nach Deutschland kommt Ihr im Dezember?

Ja, wir sind Support für die TOTEN HOSEN. Das wird bestimmt lustig. Davor, im November, ziehen wir noch eine UK Tour durch...

Ihr habt ja schon für einige Mega-Acts eröffnet: ROLLING STONES, MÖTLEY CRÜE, MOTÖRHEAD...

Ja, und wir waren gerade letzten Monat bei Rock am Ring, haben einige Shows mit JUDAS PRIEST und IRON MAIDEN in Italien gemacht, haben mit STATUS QUO und METALLICA gespielt – der letzte Monat war einfach großartig...

Ihr kommt aus einem kleinen Nest in der australischen Provinz. Was ist der Schlüssel zum Erfolg wie Ihr ihn momentan habt? Was ratet Ihr meinem zehnjährigen Neffen um Karriere zu machen?

Ich denke Du musst etwas von ganzem Herzen tun Kumpels um Dich haben, die das gleiche Ziel, den selben Traum haben. Und dann raus gehen und spielen. Du musst es wollen. Wir sind auch durch das Land gezogen, haben Gig nach Gig gespielt. Und dann kam das Management, dann die EP und ja.... here we go.

Wie kamt Ihr eigentlich auf den Namen AIRBOURNE? Wieso nennt man sich nach einer Flugshow?

Wir wollten einen einfachen Begriff in einem Wort...

...der mit A beginnt...

Auch das. Es geht um die Airbourne Section bei der Army. Sie springen aus dem Flieger, landen, räumen den Weg frei. So ähnlich ist es wenn wir auf Tour sind. Wir haben alles dabei. Wir landen, stöpseln die Instrumente ein und legen los...

Wie ist das in der Band? Joel und Du als Brüder und die anderen beiden?

Wir sind eine echte Familie. Wir sind seit inzwischen sieben Jahren zusammen, haben in Melbourne vier Jahre zusammen gewohnt. Und das Touren schweißt dich zusammen. Man kommt sich wirklich nahe, lernt einander bedingungslos zu vertrauen.

In Deutschland tauchte AIRBOURNE im April als erstes leisen Geräusch auf. Heute hat es richtig gekracht. Was sind die nächsten Schritte für Euch speziell hier in Deutschland?

Keine Angst wir werden Euch nicht lang allein lassen. Wir kommen im Dezember wieder mit den Toten Hosen und einigen eigenen Show. Dann geht es nach Hause, Australien. Anfang des Jahres evtl. eine Tour in den Staaten, dann definitiv wieder UK und Europa. Dann arbeiten wir am zweiten Album...

Was ist mit dieser „Ready To Rock“-EP, die es in Deutschland nur über Ebay und nicht unter 60 Euro gibt. Wann bekommen wir diese Songs umsonst zu hören?

Well, die Song haben wir selbst nicht mehr. Wir haben die damals bei Konzerten verkauft, um ein wenig Taschengeld haben. Wer weiß, vielleicht bringen wir ein paar der Songs auf dem nächsten Album...

...das genau wann erscheint?

Definitiv nächstes Jahr. Wir arbeiten auch schon daran. Auch auf Tour, zum Beispiel beim Soundcheck, spielen wir mit Ideen, zeichnen sie auf und so weiter... Ihr habt also keine Angst vor dem neuen AC/DC (ooops...) Album, das im Oktober kommen soll?

Nein, im Gegenteil. Wir freuen uns darauf. Als wir kürzlich einige Shows in Vancouver gespielt haben, trafen wir den Sound Engineer von AC/DC und er war recht guter Dinge...

Eine spezielle Frage: Ihr scheint Euch sehr gut mit BULLET zu verstehen?

Oh ja, sehr nette Jungs. Wir hatten ein paar Bier zusammen. Und als wir zu unserem ersten Deutschland Gig, einem Promo-Termin in Köln kamen, waren sie auch da...

A propos. Einige Wochen vor Wacken gibt es in Deutschland ein sehr viel kleineres, aber feines Festival, das Headbangers Open Air (HOA). BULLET haben da gespielt und es geliebt. Nur 2.000 Leute, in einem Garten, aber sehr nett. Könntet Ihr Euch vorstellen, 2009 dabei zu sein?

Klar, wenn es dort kaltes Bier gibt..

Kein Problem, Bier ist frei...

Ok, wir werden dort sein.

Cool. Aber natürlich kein Vergleich zum W:O:A. Wie fühlt sich das an –wie heute- vor 50.000 Leuten zu spielen? War das Eure größte Metal-Kulisse?

Definitiv. Wir haben in Melbourne mal vor 30.000 performt. Und Rock am Ring war groß. Gestern haben wir noch in M gespielt, sind heute morgen in Hamburg gelandet – mit drei Stunden Schlaf – und dann stehst Du vor dem Auftritt auf der Bühne, siehst diese Menge und Du hast die Energie, die Du brauchst um einen coolen Gig zu spielen. Und wo geht es nach Wacken hin?

Morgen früh fliegen wir über den Teich und machen mit der US-Tour weiter...

Ihr seid wirklich AIRBURNT! Danke für die Zeit, das Bier, das Interview. Take care!

(jeckyll)
 
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