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05.06.2001 Bitterness
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Ihr habt erst kürzlich euren Bandnamen von Steel Tormentor in Bitterness geändert. Wie kam es dazu? Wir haben uns von der halben Band getrennt, d.h. der Sänger und der Bassist sind von uns gegangen worden und auf Wunsch des Sängers haben wir unseren Namen gewechselt, weil er eben der Meinung war, daß es nicht mehr dasgleiche sei. Da wir den Namen immer schon klischeehaft fanden sagten wir : "Gut suchen wir uns einene neuen Namen.". Dank der Desultory Platte "Bitterness" kamen wir dann zu Bitterness. Hintergedanke davon war, daß wir, Andi und ich, in der Zeit eben nicht nur Streß mit der alten Band, sondern auch privaten Streß hatten und wir deshalb verbittert waren. Deswegen hat der Name gepaßt. Nachdem das wichtigste erstmal abgehandelt ist, wäre es jetzt an der Zeit etwas über eure Bandgeschichte, also ab der Zeit der Gründung von Steel Tormentor, generell zu erfahren. Gegründet wurde die Band in einer fechtfröhlichen Nacht 1997, irgendwann im Sommer. Da waren Frank Müller, unser (ex-)Sänger und ich, die wir im Suff einfach beschlossen haben, daß wir eine Band aufmachen. Wir wollten einen klischeehaften Namen haben, weswegen wir uns auf den Helloween Song "Steel Tormentor" einigten.Bis zur ersten Probe verging dann etwas Zeit, bis Bastian Barmüller, unser erster Bassist, zu der Band stieß. Bei ihm im Keller haben wir dann zu alten Sodom, Metallica und Judas Priest Songs über die Anlage geübt, wobei immer wieder die Sicherung des Dings rausgeflogen ist. In die Zeit fiel auch unser erstes Auftrittsangebot, aber damals hatten wir noch keinen Schlagzeuger. Aber wir kannten den Andi von The ForeShadowing, einer 2-Mann Band. Er half uns aus und ist danach einfach dabeigeblieben. Im September 1998 hatten wir dann unseren ersten Auftritt, der noch unter der Bezeichnung Power Metal lief. Danach ist unser Bassist nicht mehr zu den Proben aufgetaucht, was dann der Anfang vom Ende war. Hinterher hatten wir nämlich 5 Bassisten. Nach ein paar weiteren Auftritten haben im Juli 1999 das erste Demo "Fallen Angel" aufgenommen. Da waren 8 Songs mit 40 Minuten Musik mit einem ziemlich durchwachsenen Sound drauf. Aber es hat uns die ersten Kritiken eingebracht und auch eine Menge Auftritte und Kontakte verschafft.Am Baß hat uns damals Marcel Konz von Unlight ausgeholfen. Im März 2000 haben wir "Storm Of Anger" aufgenommen, wobei uns wieder von Marcel ausgeholfen wurde und es zu den ersten Streitigkeiten mit Frank kam. Er fühlte sich an den Karren gefahren, da Andi einen Teil der Vocals übernehmen wollte. Mit solchen Sachen ging es dann auch weiter, wie z.B. Ärger über Geldsachen, Kontakten und Auftrittsangeboten zusammen mit Ego-Problemen. Trotzdem gab´ es auch schöne Sachen, wie z.B. unser Beitrag auf dem Legacy-Sampler (August 2000), daraufhin kam viel Nachfrage und Interesse an uns auf, so daß Steel Tormentor etwas bekannter wurden. Dadurch wurde das Ego-Problem von Frank noch größer und wir mußten uns "schweren Herzens" von ihm im Februar 2001 trennen. Frank wollte danach, daß wir einen neuen Namen annehmen, was wir ja auch gemacht haben. Danach half uns wieder mal Marcel, diesmal an der Gitarre, aus bis wir 2 neue Bandmitglieder gefunden haben, die da wären : Sören am Gesang und Sebastian am Bass. Inwiefern hat euch euer erstes Demo darin bestärkt Musik zu machen? Es ging darum, mal etwas eigenes in der Tasche und zum Vorzeigen zu haben. Das Problem war nur, daß die Scheibe superscheiße klang. So wie wir auf CD klangen, waren wir gar nicht, da uns der Sound unheimlich viel versaut und verschluckt hatte. Aber durch die Besprechung im Heavy-oder-was war es natürlich ein Auftrieb Musik zu machen, auch wenn es ein Verriß war. Euer zweites Demo "Storm Of Anger" zog ja schon weitere Kreise, was hat dich diesbezüglich am meisten überrascht? Der Anruf vom Legacy, daß sie uns auf dem Sampler haben wollten. Ich hab´ gedacht, der will mich verarschen. Wie waren sonst so die Reaktionen auf "Storm Of Anger"? Metalglory (Metalstorm) wollten uns im Programm haben, aber der Sound war ihnen zu schlecht, obwohl ihnen die Stücke ganz gut gefallen haben. Von Fanzines und Metalfans kamen einige Bestellungen und Anfragen wegen CD´s und Merchandise. Mit anderen Bands kamen ein paar Kontakte zustande, aber sonst gab´ es nicht viel mehr. Ihr hattet ja wie gesagt viele Besetzungswechsel. Wie sieht es da denn so mit dem Songwriting aus? Wer ist da zuständig für was? Es sieht so aus, daß ich die Songs auf der Gitarre ausarbeite, die Riffs schreibe und die Songs etwas strukturiere und mich dann mit Andi zusammenhocke und wir dann zusammen die Songs fertigstellen. Bei den Texten war es immer so, daß jeder alles schreiben durfte was er wollte, aber die meisten Sachen kamen auch vom Andi und mir. Was siehst du als Haupteinflüsse, nicht Lieblingsbands, von Bitterness an? Einflüsse haben wir direkt nicht. Ich mache mir da keine Gedanken drüber, sondern ich schreibe einfach die Songs. Ich bin ein riesiger Thrash-Fan und das kommt sicher zur Geltung, aber ich höre eigentlich alle Stilrichtungen des Metals und Andi genauso. Deswegen lasse ich immer die Leute uns kategorisieren. Man steckt uns dann eh in die Schublade, die den Leuten gerade passt. Knackpunkt bei "Storm OF Anger" ist ja wie gesagt der Sound. Siehst du ihn als kultig oder müllig? Müllig. Es klingt wirklich, als ob die Anlage im Nebenzimmer steht, obwohl vor dem Abmischen das Ganze viel direkter in die Fresse klang. Nachdem Frank das Ding abgemischt hatte, wobei man sagen muß, daß er es erst zum zweiten mal gemacht hatte, klang es ziemlich lahm. Die Gitarren sind zu leise und die Drums verwaschen. Ich weiß, daß viele den Sound kultig finden, aber mir wäre es lieber, wenn man alles richtig raushören kann. Könntest du ein paar Worte zu jedem Song auf "Storm of Anger" sagen? "Storm Of Anger" Es war das erste Lied, welches wir für die CD gemacht haben. Es ist ein typischer Thrash Metal Song, der nach vorne losgeht, mit viel Double Bass und einem Wikingertext. (Manowarmäßig). "Mind Of Madness" Der Song ist etwas arabisch angehauchtund er dreht sich um den Sinn des Lebens. Aber ich kann da wenig zu sagen, da es eher Franks Song war. "Way Of The Warrior" Es war ein Versuch schnelle, aggressive Passagen mit hymnenhaften Passagen zu verbinden, dementsprechend auch eine Mischung aus Growls und cleanen Gesangsteilen. Im nachhinein betrachtet ging es etwas in die Hose, da man auch dem Song mehr hätte machen können. Der Text ist wieder fantasymäßig über einen Krieger der seinen Feinden blutige Rache schwört. (Manowar lassen grüßen) "Sign In Blood" Das ist schon fast ein Klassiker. Viele Leute wollen das Lied auf den Konzerten hören und deswegen haben wir es für "Storm Of Anger" neu aufgenommen, da es auf "Fallen Angel" noch schlechter klang. Es hat ein geiles Double Bass, daß man aber leider nicht so gut hört. "Just An Idea" Eigentlich ein cooler Song, da sehr viel Abwechslung drin ist. Der hat von Power bis Black Metal alles drin, mit einem akustischen Teil in der Mitte und wieder mit wechselndem Gesang. Der Text stammt vom Andi, der über sich selber geschrieben hat. Seht ihr euch in einer Art Zwickmühle, da viele euch gerade wegen dem 80er Jahre Proberaumsound mögen. Entweder macht ihr so weiter oder ihr fahrt irgendwannmal ein amtliche Produktion ein und verliert vielleicht ein paar Fans? Es ist ganz sicher keine Zwickmühle, da es im Metal, meiner Meinung nach, nicht nur auf die Produktion ankommt. Es geht darum, was für ein Feeling die Platte hat. Das es Musik ist, die mir irgendwas besonderes gibt und das ich dadurch die Band live sehen will. Die Band kann dann live 100mal besser sein, man sieht es ja an uns. Deswegen kann ich viele verstehen, die auf den alten Sound stehen, aber nur zu sagen, die haben einen guten Sound, die sind kein Underground mehr ist ja Schwachsinn. Ich denke, jeder ist stolz, wenn man eine Paltte rausbringt, auf der man alles hört, sein eigenes Instrument sowie die Instrumente der anderen auch. Wie siehst du die Stellung des 80er Jahre Thrash heutzutage. Viele Bands haben sich ja stark weiterentwickelt (Stichwort : Kreator). Denkst du daß es zu einer Überarbeitung dieses Sounds kommen wird, oder daß er auch weiterhin, unverändert wie in den 80er Jahren weiterbestehen wird? Eine Weiterentwicklung finde ich eigentlich gut, weil es ehrlich ist, auch wenn es mir vielleicht aus Fansicht nicht unbedingt gefällt. Aber sich selbst gegenüber ist es ehrlich, denn man entwickelt sich ja als Mensch wieter, warum nicht also auch in der Musik. Der Punkt ist folgender : Viele alte Thrashbands gehen nur noch auf Härte und nicht mehr auf Melodie. Man kann nämlich auch durch Melodien Härte und bestimmte Stimmungen erzeugen und muß nicht nur einfach brachial nach vorne loswalzen. Sicher ist es schon kultig, aber das macht kein Klassikeralbum, wie z.B. "Ride The Lightning", aus, da Slayer das schon auf "Reign In Blood" gemacht haben. Wäre sie damals nicht rausgekommen, wäre sie heute kein Klassiker mehr geworden. Ich bin zwar schon Slayerfan und ich lasse auch nichts auf die Platte kommen, aber es fehlt mir heute einfach. Die alten Destruction Platten haben auch Melodien und heute walzen sie alles platt. Ich mag die neue Destruction auch, aber ich höre mir lieber die alten Scheiebn an und nicht nur weil es einfach die alten Klassiker sind. Raise Hell z.B. verbinden das alles ganz gut. Die Scheiben sind heute natürlich alle produktionstechnisch auf einem wahnsinnig hohen Niveau, aber es wird einfach zuviel auf "Härte" gegeben. Siehts du den Underground als Talentschmiede für Plattenfirmen oder eher als eine separate Szene? Ich glaube es werden viel zuwenig junge Bands gesignt. Vorher wird eher eine Reunionband aus dem Grab geholt, bevor eine junge Band eine Chance kriegt. Die meisten jungen Bands werden von Ein-Mann-Labels gesignt, wo der Besitzer noch selber Fan ist. Die geben schon die meisten Chancen, aber sie können nicht soviele aufnehemen. Wenn sie sich wirklich drum kümmern wollen ist nach 5 Bands Schluß. Daher ist der Underground schon eher ein eigene Szene. Zurück zu Bitterness. Wie siehts du eure eigenen Chancen mal einen Deal zu kriegen. Wieviel hängt von Glück und wieviel von harter Arbeit ab? Es gehört beides zusammen. Man muß kontinuierlich weiterarbeiten und im richtigen Moment Glück haben, wobei dann auch nicht gesagt ist, daß man zu Superstars wird. Aber natürlich hofft man, daß man mal eine Chance auf einen Deal kriegt, aber es gibt so viele gute Bands, daß viel Glück und Vitamin B dazugehärt Ihr habt ja vielleicht die Chance bei Destruction etc. in Freiburg zu eröffnen. Wie kam es dazu? Andi war zur rechten Zeit am rechten Ort. Über einen Kollegen ist er an den Besitzer rangekommen, der Destruction etc. für die Herbsttour buchen wollte und sie haben eine junge Thrashband gesucht. Da es in Freiburg aber anscheinend keine Thrashbands mehr gibt, hat er uns angeboten uns mit einem Demo bei ihm zu bewerebn. Das wäre dann definitiv das größte Ding, was wir bisher erreicht hätten. Wie geht es bei euch jetzt weiter? Sind schon irgendwelche Sachen (Demos, Live etc.) geplant? Ein neues Demo soll Anfang August rauskommen und im Oktober / November werden wir auf eine 3-Länder-Tour durch Deutschland, Schweiz und Frankrecih mit Voracity, einer schweizer Thrash Band und noch einer französischen Band gehen. Wollt ihr eurem Stil treubleiben oder habt ihr vor euren Sound weiterzuentwickeln? Rein vom Können her entwickelt man sich immer weiter, aber grundlegend ist es noch genau die selbe Schiene wie bei Steel Tormentor, nur sind die Lieder mehr auf den Punkt gebracht und nicht mehr solang wie die alten Sachen. Technisch wird es auch ausgereifter, hoffentlich mit besserem Sound und die Texte gehen jetzt mehr in die sozialkritische Richtung und drehen sich mehr um uns und unsere Sicht der Dinge. Zuguterletzt gibt es nun noch einen kleinen Soundcheck : Helloween / Mirror Mirror Scheiße, den Sänger kenn´ ich. Das ist Helloween. Ich bin ein riesen Helloween Fan, mit "Keepers..." hat bei mir alles angefangen. Doch der Song haut mich nicht vom Hocker, da fand ich die Vorgängerscheibe besser. Der Refrain ist aber cool. Vor 5 Jahren hätte es mich mehr begeistert. Xenomorph / Dragon´s Breath Kenn´ ich glaube ich nicht, aber der Sänger ist dreckig. Was singt der?? Hey, ein guter stampfender Double Bass. Cooler Break, damit hätte ich jetzt sicher nicht gerechnet. Die kriegen auf jeden Fall mal einen Kultbonus. Haben die noch mehr so cooles Zeug drauf? War witzig. Incinerator / Scream Queen Das klingt schon richtig gut, irgendwie nach altem 80er Thrash. Ist das eine neue Band? Die haben auch so einen kultigen Sound. Das sind aber nicht Witchtower? Komm ich nicht drauf. Die sehen genauso aus wie sie klingen (Hab´ ihm die CD gezeigt - Anm.d.Verf.). Natürlich, Schweden! Ist genau das, was grad´ dauernd in Schweden rauskommt. Circle Of Grief / Die Nacht der Söldner Mit der Musik kenne ich mich gar nicht aus, aber es wird wohl nicht In Extremo sein, oder?? Daher kann ich dir nichts sagen, wer das ist. Die Musik klingt witzig, zum mitschunkeln, aber nichts für jeden Tag, da würde es mir wohl auf den Sack gehen. Bin einfach nicht der riesen Folkmetal Fan. S.O.D. / Seasoning The Obese Klingt wie Slayer. Genausoviele Intros wie Slayer bis sie zur Sache kommen. Der Sänger klingt auch wie Tom Araya. Scheiße, was ist das? (Titel verraten - Anm.d.Verf.) Das ist eine klassische S.O.D. Verarschung. Jetzt wo du es sagst, hätte ich draufkommen müssen. "Speak English Or Die" ist eine meiner absoluten Lieblingsplatten. Medusa / Sexual Murder Ja die kenn´ ich. Kann sein, daß ich da in 4 Stunden auftauchen muß. Das sind Medusa mit "Sexual Murder".Eigentlich darf ich mich da gar nicht äußern, denn wenn´s mir nicht gefallen würde, wär ich ja nicht hingegangen und würde sagen ich spiel mit. Was halt cool ist, daß sie super abwechslungsreich sind und man sie in keine Schublade stecken kann. Das hat mich gereizt. Letzte Worte? Auch wenn sich alles so negativ anhärt, gebt uns eine Chance J. Wir sind ja eigentlich ganz witzige Menschen und bei Interesse an alten Steel Tormentor oder neuen Bitterness Sachen meldet euch bei F.Urschler, Steggelenbuck 3, 79761 Waldshut-Tiengen, a.f.urschler@t-online.de (hoschi) |
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