Festival:

Castle Rock Festival 2016

Festival vom 01.07.2016

Zum 17. Mal fand nun das jährlich stattfindende Castle Rock Festival im Herzen von Mühlheim an der Ruhr auf Schloss Broich statt. Natürlich lockte nicht nur die einmalige Location die Besucher an, sondern auch das fantastische Line-Up.

 

01.07.2016 / Tag 1

Ein wundervoller, milder Tag lockte die Leute bereits pünktlich zum Einlass zu Schloss Broich. Man merkte sofort: Das Castle Rock ist ein Festival für die ganze Familie und zum jährlichen Stammtreffen alter Bekannter. Viele Kinder waren mit ihren Eltern da und man hatte das Gefühl, dass man sich auf einen Sommerfest von Freunden befindet, wo auch tolle Musik gespielt wird, und weniger das Gefühl, dass man „nur“ auf ein Festival ist. Man hat sich sofort sehr wohl und in die Familie des Castle Rocks aufgenommen gefühlt.

 

Den Anfang am Freitag sollte die Münchener Band SCHÖNGEIST machen. Trotz, dass es Freitag und noch nicht allzu spät war, war das Gelände des Schlosses schon ganz gut gefüllt. Der Opener hat es immer schwer, aber gegen Ende waren auch die letzten Besucher motiviert genug, um mit zu machen.

Die Umbauphasen waren immer recht lang, was bei einen Festival aber nicht wirklich störend ist, da man so Zeit hat, sich mal was zu Essen oder Trinken zu holen, außerdem konnte man die mit Liebe gestalteten Merchandise-Stände besuchen oder sich einfach mit den Freunden unterhalten. Die Preise beim Castle Rock für Speisen und Getränke sind sehr moderat und so trinkt man natürlich auch das ein oder andere Glas (Becher) mehr.

Zweite Band am ersten Tag des Festivals sollte die regionale Band VOODOMA sein. Da wohl die wenigstens Besucher diese Band kannten, die Stimmung erstmal etwas verhalten. Aber je später der Auftritt, desto besser die Stimmung und am Ende stand kaum einer noch still. Ein echter  Geheimtipp, der sich als wahre Stimmungskanone entpuppt hat! Diese Band macht Spaß und sollte man sich auf jeden Fall merken.

Als quasi Opener für den Headliner des Bands kamen XANDRIA auf die Bühne. Nun endlich waren auch die letzten Besucher von der Arbeit beim Festival angekommen und der Platz war schön befüllt. XANDRIA eine grandiose Liveband, der man einfach ansieht, dass sie Spaß auf der Bühne haben und auf die großen Bühnen des Landes gehören. Die Band hatte immer wieder das Publikum zum Mitmachen aufgefordert und dadurch war die Stimmung konstant extrem gut. Alle hatten Spaß und der Auftritt ging viel zu schnell vorbei.

Headliner des ersten Abends war THE LORD OF THE LOST ENSEMBLE. Trotz dass ein viel aufgebaut werden musste, weil sehr viele Musiker hinter Platz haben mussten, ging er Umbau relativ schnell von statten. Natürlich war es ein besonderer Auftritt. So oft tritt LORD OF THE LOST nicht mit Ensemble auf und die Location hat es natürlich noch einmal aufgewertet. Ensemble und Schloss, das verbreitet eine ganz besondere Stimmung und so war es auch nicht verwunderlich, dass das Publikum zwar laut geschrien hat, als LORD OF THE LOST in ihren schwarzen Anzügen die Bühne betreten haben, aber sonst doch sehr verhalten war. Es war ein sehr ruhiges Konzert, wo aber trotzdem mitgesungen wurde und bei schnelleren Songs gingen auch die Arme hoch. Ein besonderes Konzert für ein besonderes Festival.

Gegen kurz nach zahn war der erste Festivaltag zu Ende. Da alles so familiär beim Castle Rock war leerte es sich nur schleppend. Viele blieben einfach noch und unterhielten sich mit Freunden und Bekannten, oder gingen zu den Merchandise-Ständen, wo teilweise die Bands noch standen.

 

Freitag 01.07.2016

20.45 - 22.00 Uhr     The Lord Of The Lost Ensemble

19.30 - 20.20 Uhr     Xandria

18.30 - 19.10 Uhr     Voodoma

17.30 - 18.10 Uhr     Schöngeist

 

02.07.2016 / Tag 2

Am zweiten Tag ging es schon recht früh los. Bereits um 13 Uhr durften EIGENSINN den zweiten Festivaltag eröffnen. Direkt zu Beginn sollte es heiß werden, denn EIGENSINN hatte eine nette Pyroshow dabei, was besonders die ersten Reihen noch etwas Wärme an dem doch noch recht kühlen Mittag gegeben hat. Das Festivalgelände und auch der Bereich vor der Bühne waren schon gut besucht und so konnten sehr viele Menschen die doch provokante Show von EIGENSINN bestaunen. Ob man diese provokanten Elemente um 13 Uhr mittags auf einem Festival mit hohen Kinderanteil machen muss, sei mal dahin gestellt. Eindruck hat der Auftritt aber wohl bei allen hinterlassen.

Weiter ging es mit STILL PATIENT?, die den Regen einfach weggespielt haben. Ein kurzer Schauer zog in der Umbaupause über Mülheim an der Ruhr, aber kurz nachdem sie die Bühne betraten, kam die Sonne wieder raus. Trotz, dass die Band wohl für die meisten Zuschauer recht unbekannt war, war die Stimmung sehr gut. Uhrzeit sollte man bei sowas natürlich auch bedenken und der unglückliche Umstand, dass es vorher doch etwas heftiger geregnet hatte und viele sich einfach ein trockenes Plätzchen gesucht haben. Nichtsdestotrotz ein toller Auftritt, der auch beim Publikum gut angekommen ist.

Meine persönliche Entdeckung des Festivals waren STONEMAN. Diese Band weiß zu Begeistern und gute Stimmung zu verbreiten. Schon alleine das Auftreten der Band zu Beginn macht sehr neugierig auf mehr. So trugen die Gitarristen anfangs Masken und alle Musiker haben stark, schwarz geschminkte Augen. Die Schweizer Band schaffte es erstmals an diesem Tag wirklich alle zum Mitmachen zu bewegen. Konfettiregen kommt natürlich immer gut beim Publikum an und das wissen wohl auch STONEMAN. An diesem Tag gab es viele Pyroeffekte bei den anderen Bands und so hatte der „Goldregen“ schon das gewisse Etwas um aus der Masse heraus zu stechen. Eine Band, die man sich definitiv merken sollte!

Als weiterer Stimmungsmacher folgten dann DARKHAUS. Von Anfang an begeisterte die Musik und zog einfach jeden mit sich. Man kann einfach nicht still bleiben und muss klatschen und hüpfen. DARKHAUS machen einfach Spaß und muss man erlebt haben. Die Menge hatte sichtlich gefallen an der Band und das auch trotz leichten Regens für paar Minuten während der Show. Eine Band, die definitiv nicht mehr in kleine Clubs gehört, sondern auf größere Bühnen, denn ein Geheimtipp sind DARKHAUS eigentlich nicht mehr und so konnten sie sich während der letzten Jahre eine ordentliche Fangemeinde aufbauen. Für alle, die jetzt mehr wollen: DARKHAUS sind im Herbst mit neuen Album auf Tour!

Nach DARKHAUS wurde es ruhiger mit JANUS, sehr viel ruhiger. Hier an der Stelle versteht man den Aufbau des Line-Ups auch nicht ganz. Es mag sein, dass JANUS „größer“ sind als STONEMAN und DARKHAUS, aber deren Musik ist so speziell, und nichts, wo man als Publikum komplett ausrasten kann, dass die Stimmung bei JANUS in den Keller ging. Eigentlich sollten Festivals so aufgebaut sein, dass je später der Tag, desto besser die Stimmung. Hin und wieder hat man zwar beim Auftritt von JANUS Arme in die Höhe gesehen, aber so wirklich Stimmung war leider nicht vorhanden. Kann natürlich sein, dass der JANUS-Fan sich seine Freude nicht anmerken lässt, aber aus reiner Beobachtung war die Stimmung eher verhalten. Wahrscheinlich wirkt JANUS in entsprechenden Locations, wie die Christus Kirche in Bochum oder Ähnliches einfach besser. Nach so zwei Stimmungskanonen wie STONEMAN und DARKHAUS war dieser Auftritt leider an dieser Stelle fehl am Platz. Schade. JANUS sind für so ein Festival vielleicht einfach zu speziell.

Nach JANUS hatte man richtig Vorfreude auf LORD OF THE LOST! Da weiß man: jetzt geht die Post ab! Und so war es auch. Am Vortag noch die ruhige Show mit Ensemble, so durften sie jetzt wieder ordentlich die Bühne rocken, was LORD OF THE LOST auch ohne Zurückhaltung gemacht haben. Lange hat es nicht gedauert bis das Publikum völlig am Ausrasten war. LORD OF THE LOST wissen eben, wie man gute Konzerte macht und die Menge mit sich zieht. Großartiges Konzert, wo man dachte, es kann eigentlich nicht mehr getoppt werden.

Allerdings muss man fairerweise sagen, dass der Auftritt von LORD OF THE LOST von MONO INC. noch getoppt wurde, zumindest was die Stimmung angeht. Optisch kommt an LORD OF THE LOST so schnell wohl niemand ran. Als MONO INC. auf die Bühne kamen, hätte man meinen können, dass ganz Castle Rock nur für MONO INC. gekommen waren. Ganz Castle Rock hat auf einmal eine große Party zusammen gefeiert. Stimmung einfach nur der Hammer und ein großartiger Abschluss für dieses Festival! Gegen 22 Uhr war aber aus die Maus, die Anwohner haben ja auch ein Recht auf Ruhe, aber gut befüllt war das Schloss Broich noch lange nach 22 Uhr.

Auch wenn die einzelnen Beschreibungen der Konzerte recht kurz ausgefallen sind (wäre sonst zu lang geworden, weil, erstmal in Fahrt, ich sehr detailreich bin) so war es trotzdem ein großartiges Festival! Man bekommt für kleines Geld ein Hammer Line-Up, Kinder sind herzlich willkommen, und man trifft Freunde wieder. Dazu noch die tolle Location mit Schloss Broich und alles zusammen gibt’s einfach nichts Negatives zu berichten. Fürs Wetter kann man nichts. Das weiß man woher, packt dementsprechend Regenschutz ein und dann ist auch das kein Thema mehr. Castle Rock: DANKE, man sieht sich nächstes Jahr!

 

Samstag 02.07.2016

20.30 - 22.00 Uhr     Mono Inc.

18.55 - 20.00 Uhr     Lord of The Lost

17.30 – 18.30 Uhr     Janus

16.20 - 17.05 Uhr     Darkhaus

15.10 - 15.55 Uhr     Stoneman

14.05 - 14.45 Uhr     Still Patient?

13.00 - 13.40 Uhr     Eigensinn

 

Für alle, die noch nicht genug Bilder gesehen haben: alle Bilder des Festivals gibt’s auf meiner privaten Flickr-Seite: https://www.flickr.com/photos/119065387@N03/sets/72157670679629505