Konzertbericht

Zabbaduschder Open Air 2007 - Samstag, 28.07.2007

Der Samstag startete für mich etwas zu spät, weswegen ich leider die ersten Bands des zweiten Tages nicht zu Gesicht bekam. Somit hatten THE EXORIAL, PIGSKIN und SNIPER vor dem noch etwas müden Publikum zwar einen schweren Stand, konnten aber immerhin schon früher mit dem Saufen anfangen als die Bands die ihnen folgten - soviel zu "Das Glas ist halb voll...!"

PARSIFALL waren also nun die erste Band für mich an diesem schönen Nachmittag, der allerdings mit dunklen Wolken drohte. Und die Band um den außerdem noch bei DAVIDIAN singenden Dave war alles andere als schlecht. Sie erinnerten mich Sound- und Mucke-mässig etwas an CROWBAR, aber dennoch bewiesen sie einiges an Eigenständigkeit. Da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen, von den Jungs wird man sicherlich noch einiges hören.

Danach regierten wieder die Österreicher: GODDAMNED X groovten sich durch ihren Death´N´Rolligen Set, was aber auch nicht gerade scharenweise die Leute vor die Bühne zog. Dabei waren sie nicht mal mies, sondern ganz anhörbar. Schon schade, aber es gibt Tage, da verliert man und Tage, wo die anderen gewinnen.

Aber auch GRABAK sonnten sich nicht auf der Gewinnerseite, aber für so richtige Black Metaller ist das ja eh nix. Dennoch war Sänger Jan sichtlich angepisst deswegen und maulte rum von wegen ob sie denn zu laut und zu schnell wären, weil keiner der einzigen echten Black Metal Band des Festivals angemessen huldigen wollte. Na ja, wird wohl am Durchschnittsschwarzwurzeleintopf gelegen haben?

Hülfee - was war denn das? Ach so - AMOK haben angefangen. Man kann den Jungs nicht absprechen, das sie ihre Instrumente beherrschen *gniedelrattapänggrunz*. Man kann auch nicht von mangelndem Einfallsreichtum sprechen *frickelabjazzquiekboller*. Aber irgendwie wird einem mit zunehmender Spielzeit klar, warum die Band AMOK heißt. So kann nur der Soundtrack zu einem ebensolchen klingen. Derbes Jazzgegrinde gespielt von Leuten im Nerd-look, bis auf den Frontfrosch. Ich glaub, da fehlt mir der intellektuelle Zugang für *hurz*?

Da waren ihre schweitzer Death Metal-Kollegen von REQUIEM dann doch etwas eingängiger und vermochten es einige Leute vor die Bühne zu ziehen. Kein Wunder, denn die Songs der Eidgenossen knallten prächtig aus den Boxen. Ihr Hauptaugenmerk lag natürlich auf dem neuen Album "Premier Killing League" und das machte durchaus Sinn, präsentierten sie dadurch ihr bisher stärkstes Material. Saugut!

Dann war es endlich Zeit für CRISIS NEVER ENDS? Die Stuttgarter mixen Hardcore und Metal zu einem derart schmackhaften Cocktail, das einem jedes Mal wieder das Wasser im Mund zusammenläuft, wenn man sie sieht. Mit einem zweiten Gitarristen verstärkt kommen die Songs des immer noch aktuellen Albums "A Heartbeat Away" noch geiler rüber und "Friends Like You" ist für mich jetzt schon ein Klassiker modernen Metals. Geil war auch wieder das Priest-Cover "Breaking The Law" wo zwei Fans auf die Bühne gezerrt wurden, die von der Bühne aus mitgrölen durften. Eine klasse Show voller Energie und Spielfreude, bei der Sänger Heiko wieder mal über die Bühne fegte als würde er Kilometergeld kriegen. Er konnte es sich auch nicht verkneifen, Seitenhiebe in Richtung der Leute zu verteilen, die sich im Fress-und Saufzelt rumdrückten um ja nicht nass zu werden. Trotz einsetzendem Regen ein Highlight des Festivals.

Eine ganze Ecke schwedischer als so manche Elchtod-Combo aus IKEA-Land klangen FLESHCRAWL aus Ulm. Schon längst kein Geheimtipp mehr sondern ein fester Bestandteil der internationalen extremen Metalszene sind die Jungs um Frontmann Sven. Mit Nico Scheffler haben sie nun endlich einen neuen Mann an den dicken Saiten gefunden, der ein wenig frischen Wind mitbringt und sich auf der Bühne sichtlich wohlfühlt. Es wurde ein guter Querschnitt durch die vergangenen Alben geboten und Songs wie "Made Of Flesh" ließen keine Wünsche übrig. In Punkte Bühnenpräsenz waren sie mit ganz vorne und hatten die Meute fest im Griff. FLESHCRAWL wurden trotz oder vielleicht gerade wegen der etwas längeren Bühnenabstinenz gnadenlos abgefeiert und konnten diese Show als Erfolg verbuchen. Weiter so!!!

Mit der Show von CARNAL FORGE wurde auch schon das Ende des diesjährigen ZABBADUSCHDER eingeläutet - die letzte Chance um noch mal richtig abzugehen. Und die meisten anwesenden nutzten diese. Zwar kannte ich die Schweden bisher nur namentlich, aber mit dieser intensiven Show haben sie mich auf ihre Seite gezogen. Saugeiler Melodic Death Metal der heftigeren Gangart, wie er geiler nicht oft vorkommt. Amüsant war der Videotick von Sänger Jens C. Mortensen, der zuerst das Publikum und sich selbst in Aktion filmte und irgendwann einen Fan rauspickte, der die Band dann von der Bühne aus ins Visier nehmen durfte. Die Songs waren geil, der Sound richtig klasse und der Gig eines Headliners würdig.

Und wieder ging ein ZABBADUSCHDER zu Ende... zwar hatte ich den Eindruck, dass im letzten Jahr das Billing insgesamt stärker war, aber trotzdem hatte ich wieder einen riesen Spaß. Das schlechte daran ist, dass ich jetzt wieder soooo verdammt lange warten muss, bis ich wieder die exotischen Düfte der Urbacher Kläranlage schnuppern darf...!

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(chris)

 
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