Metalcamp 2006 - Donnerstag, Freitag, 21.07.2006 |
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Das METALCAMP Festival in Slowenien sollte spätestens seit letztem Jahr in der Metal Szene ein Begriff sein, den man schon des öfteren gehört hat.
Umgeben von landschaftlich wunderschön bewachsenen Bergen, grünen Wiesen, verschlafenen aber gepflegten kleinen Dörfern und vor allem vom einem traumhaften Gebirgsfluss
liegt das Örtchen TOLMIN. Bereits zum dritten mal pilgerten Metalfans aus Slowenien, Italien, Österreich und Deutschland (und vermutlich auch noch aus ganz anderen Ecken Europas..)
ins Camp um hier eine der geilsten Metalparties zu feiern, die man sich vorstellen kann. Und dabei war bei weitem nicht alles positiv, aber dazu gleich mehr.
In Kooperation mit der Heilbronner Metal Combo THE PAST ALIVE charterten wir einen Reisebus und brachen am Donnerstag Morgen um 08.00 Uhr auf den Weg nach Tolmin. Insgesamt knapp 30 Metalheads aus ganz Deutschland - ja sogar zwei aus Frankreich - waren also bereit für 5 Tage Party, Bier & Heavy Metal oder ums Old School mäßig auszudrücken: SEX, DRUGS & ROCK ´N ROLL !!! ++++Nachfolgend könnt ihr ein etwas anderes Festival Review lesen, nämlich in Form eines Erlebnisberichtes mit allem drum und dran und vor allem mit vielen Fotos. Habt Spaß! ++++ Donnerstag, 20.07.2006 Die Sonne lacht vom wolkenlosen Himmel herab und schon um 7.45 Uhr zeigt sich auf der Heilbronner Theresienwiese, daß Metalheads durchaus pünktlich sein können. Alle rechtzeitig da, bepackt bis unter die Ohren und vor allem mit großer Motivation! Abfahrt pünktlich um 8.00 Uhr. Standesgemäß fliesst bereits jetzt das erste Bier - und es schmeckt! Wir fahren auf der A6 Richtung Nürnberg und biegen am Kreuz Feuchtwangen auf die A7 ab. Kurz vor Aalen und kurz darauf direkt in Aalen steigen dann nochmal Leute ein. Franken und tiefste Schwaben - ein wahrlicher Genuss.
Wir kommen gut voran, keine Staus, viele Raucherpausen und wilde Metal Video Clips laufen über die DVD Anlage des 4 Sterne Reisebusses, der natürlich (zum Glück) vollklimatisiert ist, Außentemperatur beträgt mittlerweile 34-36 Grad. Da machen die Raucherpausen keinen Spaß mehr. Aber das kühle und vor allem billige Bier im Bus schmeckt immernoch. Kaum stehn unsere Zelte und Pavillions (die Franken sind irgendwie am schnellsten und können mittlerweile ihr warmes Bier trinken) da kommt plötzlich ein Ordner und versucht uns hektisch irgendwas auf Englisch zu erklären. "Wir dürfen hier nicht campen " oder so - weil hier nur campen mit Fahrzeug ist, und Campen ohne KFZ nur auf Camping Platz Nr. 1. Ihm irgendwas zu erklären kommt nicht an. Er labert irgendwas von wegen er müsse Platz sparen usw. Nachdem einer von uns sich mit ihm gebrochen in der Landessprache unterhalten hat, können wir ihm auch klar machen das unser Bus (UNSER KFZ) ja noch mehr Platz wegnehmen würde und er froh sein soll, daß wir nur campen wollen. Er sieht es ja dann auch irgendwann ein und verabschiedet sich. Naja - da hätte schon eien ganze Armee kommen müssen bis 30 Leute nochmal alles abgebaut und 2 km weiter geschleppt hätten.....
Übrigens fällt uns auch langsam auf, daß wir für ca. 3.000-5.000 Leute gerade mal 8-10 Dixies haben - und die stinken jetzt schon. So eine Freude - vor allem weil es KEINE festen Wasserklos gibt, geschweige denn Wasserstellen oder Duschen. Ein kleiner Duschwagen steht scheinbar auf Campsite 1 - für ALLE Besucher. Das geht mal gar nicht !!!
Die Sonne brennt - um 07.30 Uhr spätestens aber um 08.00 Uhr hält man es im Zelt nicht mehr aus. Langsam drückt auch der Darm - zum Glück wurden die Dixies eben geleert, d.h. ich bin einer der Ersten ! Wieder zurück auf dem Camping Platz (und einige Biere später) marschieren wir also gemeinsam in Richtung Fluss. Mittlerweile sieht es hier aus wie in einem Touristikort auf Malle. Alles voll, hier ne Luftmatratze, da ne Badeinsel und alle belegt mit langhaarigen Bombenlegern.... herrlich! Das Bier schmeckt wunderbar während die Kühlung auch von außen hervorragend funktioniert. Genießen wir die Zeit. Die ersten Bands dürften demnächst anfangen aber sorry - No Way - bei 36 Grad kriegt mich niemand von HIER weg !!! Dann ist es endlich soweit - wir schlappen das erste mal Richtung Gelände. Wie erwähnt ca. 10 Gehminuten einmal durch den Campingplatz 1 durch. Die Leute hier haben es nicht schöner als wir, Eine übel duftende Dixi Batterie (es wird von Tag zu Tag schlimmer) und überall Staub und Dreck. Manche Leute haben ihr Zelt tatsächlich irgendwo im Gebüsch aufgebaut. Viel Spaß beim Zecken ziehen. (Zwei Kumpels haben sich tatsächlich auf unserer komplett verdörrten Wiese Zecken geholt.). Der kleine Einlassbereich reicht aus und schon stehen wir auf dem überschaubaren Gelände. Hinten links steht ein großes Festzelt in dem es das Catering gibt,. Links daneben erstreckt sich ein natürlicher Steilhang der das Gelände zu dieser Seite hin abgrenzt und gleichzeitig als Natürsitztribühne mit bestem Überblick dient. Vom Eingangsbereich aus recht geht es zu den Händlerständen sowie zur Talent Forum Bühne. Hier stehen große schattenspendende Bäume und es gibt weiterere Cateringstände. Ein kleiner Weg führt von hier aus zur Beach Bar. Kommen wir zu den Akteuren auf der Bühne: Während SCAFFOLD und DECAPITATED agierten lag ich noch teilnahmelos im Wasser und liess mir die Sonne auf den Bauch scheinen. Taten irgendwie fast alle da keiner den ich später gefragt habe mir irgendwas über die beiden Gigs sagen konnte! Pflichtprogramm ist für mich als alten Savatage-Anhänger gegen später der Auftritt von JON OLIVA´S PAIN . Zwar hatte ich den Knaben schon in Balingen sehen können aber besser einmal zu viel als zu wenig. Und siehe da - es hat sich gelohnt. Die Songauswahl war zwar fast die selbe - "Worriors" und "Sirens" als Opener Stücke, zwischendrin "Jesus Saves" und "Gutter Ballet" und am Ende "Hall Of The Mountain King" aber die Besonderheit an diesem heissen Nachmittag bescherte mal wieder feuchte Augen. Total unerwartet kam "Believe". Hierfür nahm die Truppe um Jon Boy Oliva einen bislang unveröffentlichten Song aus dem Programm. Vor der Bühne war nicht all zu viel los aber die Stimmung war dennoch prima und alle reckten ihre Faust in die Höhe und gröhlten die alten Klassiker mit.Das dem Gitarristen durch ein Loch in der Hose die Genitalien raus baumelten, störte da auch keinen mehr.... Auf diese Band hab ich mich am meisten gefreut beim Metal Camp: NEVERMORE Nachdem die Jungs bereits vor wenigen Monaten auf der Tour überzeugt haben, haben sie meine Erwartungen ein mal mehr voll erfüllt. Songs wie "Dead Heart in Dead World", "I Voyager", "The River Dragon Has Come" oder "Born" wurden gnadenlos und perfekt vorgetragen und die Menge dankte es der Band. Auch ein kleiner Patzer bei "Enemies of Reality", den Sänger Warrel mit einem sympatischen "ups" kommentierte, konnte dem Vergnügen diese Band live zu sehen keinen Abbruch tun.(nik) Das ARCH ENEMY kurzfristig abgesagt haben ging mir ziemlich gegen den Strich - aber dies erhöht natürlich die netto Trinkzeit! Mächtig voll wurde es dann bei HYPOCRISY die im Sonnenuntergang einen Dampfwalzensong nach dem anderen raus hauten. Durch die geile Atmosphäre - erzeugt durch die typischen Keyboard Parts sorgten HYPOCRISY somit wahrlich für Gänsehaut. In etwas mehr als einer Stunden zockten Peter & Co. Stücke wie den mittlerweile klassischen Opener "Fractured Millenium", ""Fire In The Sky" oder "Eraser". Da vermutlich am Flughafen einige oder alle Instrumente der Band vorloren gingen, liehen die Kollegen von AMON AMARTH einfach alles was fehlte! Den Schlusspunkt setzt dann "The Final Chapter" und es bleibt lediglich zu erwähnen das mal wieder klar wurde, daß HYPOCRISY einfach eine Band ist, die es dunkel braucht und mit viel Lichtshow. Ganz anders als bei vielen anderen Open Airs in der prallen Mittagssonne. Headlinerstatus für AMON AMARTH aber wen wundert es? Die Band um Johan Hegg hat sich in den letzten Jahren an die Spitze des Melodic Death bzw. Viking Death Metals gespielt und dies zurecht! Und so wurden die Wikinger schon bei der ersten Nummer "The Pursuit Of Vikings" gnadenlos abgefeiert - die Menge ging mit von vorne bis ganz hinten und immer wieder kamen lautstarke Gesänge auf. Vielleicht lag es doch daran das AMON AMARTH das erste mal hier unten gespielt haben - denn in Sachen Ausrasten und durchdrehen waren die Fans einfach nur ganz groß! Ich glaube auch das es den Herren auf der Bühne mächtig viel Spass machte, denn das mehrfache Bedanken wirkte keinesfalls aufgesetzt. Ebenso überzeugend kam die Spielfreude rüber, egal ob bei Songs aus den älteren Schaffenstagen oder neuem Zeug. Sogar ein brandneuer Song der in Kürze erscheinenden Platte wurde zum Besten gegeben. Nach "Versus The World" und "Victorious March" verabschieden sich Hegg & Co. und mir wurde schon Angst und Bange, das es das wirklich schon war. Dem war jedoch zum Glück nicht so und Tolmin gröhlte aus tausenden Kehlen "Death In Fire". AMON AMARTH haben hier bewiesen warum sie in der europäischen Metal Liga ganz oben mit mischen. Geile Bühnenpräsenz, fetter Sound, geiles Licht aber vor allem die nackenbrechenden Songs und das sympathische Auftreten der Nordlichter. Weitere Ausfallerscheinungen waren dann auch für den verpassten Gig der Modern / Industrial Metaller von DEATHSTARS zuständig.
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