Konzertbericht

Rock Harz Open Air 2006 - Samstag, 08.07.2006

LEGIO MORTIS
Wie am Vortag herrschte schon zu früher Stunde eine Bullenhitze, die aber einige Black metal Freaks nicht abschrecken konnte. Die hatten sich vor der kleinen Bühne versammelt und sich den guten Gig der Schwarzwurzeln LEGIO MORTIS rein gezogen. Wahrlich nicht schlecht und generell würde mehr Mucke aus diesem Genre dem Rock Harz ganz gut tun.(lk)

T-BONE
Die Paderborner Nu Metal/Hard Rocker T-BONE hatten dann heute die Arschkarte gezogen. Nach dem Regenguss, der im Anschluss an Legio Mortis runterging, musste die Truppe dann im nachlassenden Regen vor wenig Publikum auf die Bretter. Schade, denn die Mannschaft um Sängerin Anna erwies sich als sehr gute Live-Band und gab alles und hatte einfach nur eine Menge Spaß.(lk)

CAST IN SILENCE
CAST IN SILENCE hießen mal Bloodmoon und waren auch so angekündigt. Dann ergaben sich ein paar Wechsel im Line-Up und in der musikalischen Ausrichtung, und so wurde auch der Name geändert. Die von Dark At Dawn Drummer Torsten Sauerbrey ins Leben gerufene Band bezeichnet ihren Stil als Metalcore, welcher live allerdings nicht zu vernehmen gewesen ist. Das war Metal, Metal der fein sauber gespielt wurde und durch den neuen Mann am Mikro, Michael Lowin, auch gut rübergebracht wurde. Nicht mehr und nicht weniger.(lk)

CRUCIFIED BARBARA
Die vier Schwedinnen waren DER Hingucker der Festivals, überall wo die Damen auftauchten gab es "Ah’s und Oh’s". Dass sie nicht nur optisch überzeugen können, stellten Mia, Ida, Klara und Nicki dann mit einer energiegeladenen Show eindrucksvoll unter Beweis. Das Material der aktuellen Scheibe "In Distortion We Trust kam prächtig an und die Fans feierten bei den Klängen zu "Bad Hangover", Losing The Game", "Play Me Hard" oder dem "Rock’n Roll Bachelor" eine fette Party. Auch bei CRUCIFIED BARBARA gilt: der Mucke ist nicht der Stein der Weisen, aber live sind sie eine Macht.(lk)

THE LAST DIRT
Die Death Metaller THE LAST DIRT< gehören für mich zu den stärksten Lokalbands, die der Großraum Osterode zu bieten hat! Nicht, dass die vier Jungs das Rad neu erfinden, aber ihr straightes Todesblei kommt sowohl auf Platte, als auch live gnadenlos knackig herüber. Besonders Sänger Krattsche ist ein echt guter Entertainer, der jederzeit mit coolen Ansagen punkten kann. Zwar muss die Band natürlich noch Live - Erfahrungen sammeln, aber rein musikalisch gab es, gemessen an der "Größe" der Band, nix zu meckern. Gespielt wurden die Stücke des neuen Demos "Here Comes The Dirt", wobei besonders wieder das tolle "We Get You At Night" beeindruckte. Sogar zwei Coverversionen gab es zu bestaunen, nämlich "Friss Scheiße" von Schweisser und das gruselige "Loco" von den Vollhumpen Coal Chamber (besser gespielt als das Original!). Eine coole Band, die man definitiv im Auge behalten muss! (do)

VADER
Mauser und seine Genossen müssen sich erstmal eine Weile gedulden, bevor es losgeht. Ein Stromausfall hatte die Mainstage erst einmal lahm gelegt und dafür gesorgt, dass The Last Dirt auf der kleinen Bühne ihr Set gehörig überziehen durften. Als es dann endlich losging, gab es bei den Fans kein Halten mehr und Schädel wurden gespalten. Kein Wunder, die Polen wurden im Vorfeld vehement gefordert und nicht wenige haben sich wegen VADER zum Festivalbesuch entschlossen. Und wie üblich ließen die wortkargen Polen nichts anbrennen, sondern feuerten auf Slayer-Niveau ihre Hassbolzen in die Menge und wirkten auch sonst sehr spielfreudig und engagiert. Eine tolle Vorstellung einer der besten Death Metal Acts der Welt.(lk)

BLUTSBRÜDER
Deutschrock mit leichter Punkattitüde und Onkelz Einschlag war angesagt. Tja, und wer die Brüder kennt, weiß, dass die Jungs nichts anbrennen lassen und immer einen guten Job abliefern "Hunde Wollt Ihr Ewig Leben", "Träum, Schöne Engel", "Nein" oder "Suizid" wurden engagiert, tough und spielfreudig dargeboten und konnten auch das Publikum, das eher nicht der typischen BLUTSBRÜDER Klientel entspricht, überzeugen. Nur der Sound hätte besser sein können, der Druck hat etwas gefehlt und ein bisschen leise ist es auch gewesen. Ansonsten ein sehr guter Auftritt der Clausthaler Jungs, der sich, wie man hörte, auch im Merchandise-Verkauf widerspiegelte.(lk)

VICTORY
Die Hannoveraner VICTORY waren ein gefundenes Fressen für alle Hardrocker der alten Schule, denn nicht umsonst tummelten sich zahlreiche ältere Fans vor der Hauptbühne, als die Band um Produzent und Gitarrist Tommy Newton loslegte. Originalitätspreise werden VICTORY in ihrem Leben wohl nicht mehr gewinnen, aber trotzdem funktionierte die Mischung aus aktuellem Material und Klassikern der Marke "Checks In The Mail" prächtig. Besonders Sänger und Neuzugang Jioti Parcharidis war ein echter Gewinn für die Altrocker, denn der gebürtige Grieche gehört zu den besten seines Fachs! Insgesamt lieferten VICTORY eine solide Performance ohne große Überraschungen, aber mit viel rockiger Attitüde, die manchem Newcomer gut zu Gesicht stehen würde. (do)

ORDEN OGAN
Mit den Fantasy - Power Metallern ORDEN OGAN hat man sich getraut, einen echten Exoten aufs Festival zu holen. Die Band genoss sichtlich den Status eines Underdogs auf dem "Rock Harz", lockte aber etliche Banger vor die kleine Bühne, wo bei sehr melodischer, Folk - lastiger und hymnischer Mucke eine ansehnliche Party gefeiert wurde. Vorgestellt wurde natürlich Material vom "Testimonium A.D." - Werk und auch vom demnächst erscheinenden, neuen Album "Vale". ORDEN OGAN waren sicherlich nicht der größte Publikumsmagnet des Festivals, aber definitiv eine sehr sehens, - und hörenswerte Bereicherung! (do)

KNORKATOR
"Verflucht Und Zugenäht", da spielen KNORKATOR auf dem "Rock Harz" und vor nicht gerade wenig Leuten. Irgendwo muss die Republik noch genug Spaß inne Backen haben, diese bekloppte Band abzufeiern. Und ich persönlich fand sie diesmal sogar richtig gut, eine Folge des Alkoholpegels?! Egal, ob da mit Klobürsten auf den Drums herumgekloppt oder diverse Lyrik in Form von "Speichel auf die Eichel" zelebriert wird, Unterhaltung pur regiert. Und mit Songs wie "Wir Werden", "Ich Lass Mich Klonen", "Ma Baker" (Cover von Boney M.) oder dem obergeilen "Mich Verfolgt Meine Eigene Scheiße" macht man grundsätzlich nix falsch… vorausgesetzt, man hat "knorkatoresken" Humor, hört seinen eigenen Kot sprechen oder hat, wie meinereiner, bereits am Nachmittag ordentlich Drehzahl! (do)

THE ATMOSFEAR
Dass diverse Mitglieder von THE ATMOSFEARdiversen anderen Mitgliedern von THE ATMOSFEAR versprechen mussten, diesmal nicht mit gekreuztem Blick auf die Bühne zu gehen, schreibt man normal nicht in einen Live - Bericht. Ich tu´s trotzdem, weil die Jungs in nüchternem Zustand nämlich echt töfte sind! Ansonsten gab es einen routinierten, guten Gig ohne große Überraschungen zu sehen, der wie gewohnt von Vorgrunzer Olle dominiert und von seinen Kollegen mit allerlei Faxen ergänzt wurde. Die Fans, gerade aus dem lokalen Umfeld, ließen sich wie üblich nicht lumpen, einen ordentlichen Moshpit vor der Absperrung zu starten. ATMOSFEAR as usual! (do)

JON OLIVA’s PAIN
Mit JON OLIVA´S PAIN hat man vermutlich die größte Überraschung aufgetan, die das "Rock Harz" je gesehen hat. Und als es hieß, die Band spiele hauptsächlich altes Material von Savatage (was auch sonst?!), bekam vermutlich nicht nur ich ein wohliges Kribbeln in der Magengegend. Und so war es dann auch: der sympathische Mastermind, der locker eine komplette Monitorbox unter seiner Trommel (nein, ich meine nicht die Drums!) beerdigen kann, spielte zwei Stücke aus seinem noch aktuellen Werk "Tage Mahal" und auch einen neuen, sehr guten Song, der Lust auf das bald erscheinende, neue Album machte - aber dann ging´s los! "Edge Of Thorns" (Sabber!), "Gutter Ballet" (Gänsehaut!), "Tonight He Grins Again" (Erektion!), "Hall Of The Mountain King” (Aaaarrrggghhh!)… Hammer, Hammer, Hammer und alles hervorragend gesungen, wie in alten Zeiten! Nicht nur ich hatte eine meterdicke Gänsehaut, auch meine Mitstreiter ließen sich vom s - Virus infizieren und sangen aus lauten, feuchten Kehlen mit! Jon ließ auch seinem verstorbenen Bruder Criss eine Widmung zukommen, welcher nach seinen Worten (ich hab´s akustisch nicht ganz verstanden) wohl stolz gewesen wäre, an diesem Tag dabei sein zu dürfen… wäre er auch, Jon, wäre er auch!!! (do)

FEAR OF THE DAWN
Mittlerweile schon zur leidigen Pflicht geworden sind die Gigs der Hobby - Maiden FEAR OF THE DAWN. Und wenn diese drittklassige Kirmes - Band nicht aus dem Großraum Osterode stammte, und sie nicht so viele Anwesende kennen würden, wäre diese Combo relativ schnell einer großen Armee von Gemüseweitwerfern ausgesetzt. Klar, an den Songs der Eisernen Jungfrauen kann man normal nicht viel verderben, FEAR OF THE DAWN schaffen diese Hürde aber problemlos. Sänger Michael Lowin ist ungefähr genauso Dickinson wie die Kastelruther Spatzen Grindcore, und auch der Rest macht kaum mehr, als großartige Hymnen wie "Fear Of The Dark" in die Lächerlichkeit zu überführen. Na ja, den Leuten hat´s anscheinend gefallen, und mit entsprechendem Pegel hatte man eine nette Nebenbeimusik bis zum Beginn der nächsten richtigen Band auf der Hauptbühne. Vielleicht liegt´s nur an meiner Abneigung gegenüber Coverbands, aber man sollte den Slot von 45 Minuten besser für eine echte Band freihalten! (do)

DIMPLE MINDS
Bei den DIMPLE MINDS geht´s primär um ungezügelten Alkoholgenuss. Genau das Richtige zum Ausklang eines für viele Fans feuchtfröhlichen Festivals! Die Bremer Altpunks trafen mit ihrem im positiven Sinne asozialen Flair den Nerv vieler Leute, die nach dem Motto "…und Spaß dabei!" eine ausgelassene Party vor der kleinen Bühne feierten. Die Jungs präsentieren zwar nix musikalisch Dolles, aber hier kam es wirklich nur auf den Unterhaltungswert an. Da bekam man gleich Appetit auf die nächste Gerstenschorle! (do)

GAMMA RAY
Kai Hansen und seine Jungs begannen ihren Headliner-Auftritt mit etwas Verspätung und boten dann eine in meinen Augen (und Ohren) bombastischem, fast perfekte Show. Der Band merkte man förmlich an, dass es ihnen große Freude bereitete auf dem ROCK HARZ zu spielen. Spielfreude, Dynamik, Witz, Charme, Entertainment, hervorragender Sound und eine fette Lightshow, bei GAMMA RAY stimmte fast alles. Dem bestens aufgelegten Sänger schein es ebenfalls zu gefallen und so gab es neben Hits wie dem unsterblichen "Heading For Tomorrow", "Dream Healer", "Somewhere Out In Space", den neueren Tracks "Blood Religion und "Hell Is Thy Home"oder dem Helloween-Classic "I Want Out" auch einen Schwang aus der Hansenschen Jugend ("früher als ich klein war bin ich mit meinen Eltern in den Harz gefahren - zum Wandern… nun headlinen wir das ROCK HARZ…"). GAMMA RAY waren in allen Belangen ein toller Headliener, nur unverständlich, dass viele Besucher vorzeitig das Festivalgelände verließen. War es zu spät? Hatten die Strapazen mit den Unwettern ihren Tribut gefordert? Keine Ahnung, aber an der Band lag es auf keinen Fall, die war super! (lk)

(lk)

 
Dieser Bericht wurde bisher 998 mal gelesen.

  • Bericht bei Facebook posten!
  • Review bei MySpace posten!
  • Bericht bei Twitter posten!
  • Bericht bei StudiVZ posten!

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

© 1999-2010   www.METAL-INSIDE.de