Stream Of Passion feat. Damian Wilson & Ayreon - Oberhausen, 05.02.2006 |
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Unter dem Banner STREAM OF PASSION hat AYREON -Mastermind Arjen Lucassen seinem Zögling Marcela Bovio die Chance gegeben, eine komplette Platte einzuspielen, nachdem die Mexikanerin ursprünglich nur für einen Beitrag zum letzten Ayreon-Doppeldecker "The Human Equation” eingeplant war, den Meister dort aber sichtlich von sich begeistern konnte. Nicht schlecht, zieht man in Betracht, dass es sich bei der bildhübschen Mittelamerikanerin bis vor Kurzem eigentlich "nur" um einen eingefleischten Fan handelte. Anfang 2006 geht die Dame mit ihrem Idol und der gemeinsamen Band STREAM OF PASSION also bereits auf Europa-Tournee. Wenn das keine Entwicklung ist…
Zuvor betritt als Special Guest allerdings kein Geringerer als DAMIAN WILSON die Bühne des recht passabel gefüllten Clubs, bei dem es sich im Übrigen um eine alte Industriehalle handelt, die in eine wirklich ordentliche Konzert-Location umgewandelt wurde. Der ex-Threshold-Sänger setzt sich entspannt lächelnd auf einen Barhocker und zieht die anwesenden Fans von der ersten Minute an in seinen Bann. Während der nun folgenden, wirklich faszinierenden Darbietung eines Vollblutmusikers ist es (vom tosenden Applaus am jeweiligen Liedende abgesehen) mucksmäuschenstill - nicht schlecht bei einer Meute, in der vom Proghead bis zum Kuttenträger mit Cannibal Corpse-Shirt alles vertreten ist. Niemand möchte auch nur eine Nuance der wunderschönen Lieder verpassen, keine Note überhören oder ein Wort der tollen Texte übergehen. In die wahrlich einnehmende Vorstellung passt die ausgiebige Kommunikation mit dem Publikum wie fester Schaum auf frisches Pils. Der Sänger diverser Ayreon- und Star One-Charaktere kommt mit seiner klaren Stimme nicht nur variabel und beeindruckend klar aus der Anlage, sondern wirkt dabei auch noch unglaublich sympathisch. Die 50 Minuten dauernde Show hätte noch ewig weiter gehen können - toll!
Nach erfrischend kurzer Umbaupause dröhnt das "Embrace The Storm”-Intro aus den Boxen, die Drums und der Bass setzen ein - richtig, wir sind ja auf einem Metal-Konzert! Dazu gesellen sich neben Keyboarder Alejandro Millán noch die schwedische ‚Metal Queen’ Lori Lindstruth an der einen und Arjen Luicassen an der anderen Gitarre, sowie Frontfrau Marcela Bovio samt bildhübscher ‚Zweiter Stimme’ - es wird langsam voll auf der Bühne. Das tut der agilen und überraschend tight aufspielenden Band aber keinen Abbruch - während des Gigs wird begeistert gebangt, getanzt, soliert und brilliert. Ob bei den ruhigen Piano-Parts (gelegentlich sogar mit Marcela’s Violine unterlegt) oder bei den heftigen, sehr rhythmusorientierten (teils sogar Doublebass-) Parts - diese Band macht ihre Musik aus Leidenschaft. Da das eigene Programm gerade mal das Debüt umfasst, wird der Prog/Gothic-Gig sehr zur Begeisterung der anwesenden Hörerschaft mit einigen Liedern aus A. Lucassen’s Geschichte aufgefüllt, wobei die Tracks durch die geänderte Darbietungsweise eine komplette Neuinterpretation erfahren: Der fantastische Ayreon-Brecher "Love" z.B., mit seinen ursprünglich ziemlich brutalen Vocals, wird heute Abend von zwei Sängerinnen interpretiert - große klasse! Nach knapp zwei Stunden ist mit einem Led Zeppelin-Cover auch hier zu früh Schluss, und sämtliche Mitglieder der Band werden noch lange bei der anschließenden Interview-Session belagert. Verdient haben sie sich’s allemal! (heavy)
Anmerkung: Die Live-Bilder (zum Bericht wie auch die weiteren in der Fotogalerie) stammen vom Konzert im Aschaffenburger Colos-Saal zwei Tage zuvor.
Setlist: (heavy) |
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