Konzertbericht

Nevermore, Dew-Scented, Mercenary - Ludwigsburg , Rockfabrik, 12.10.2005, 12.10.2005

Ein interessantes Billing und somit auch abwechslungsreiches Mosherlebnis versprach es an diesem Abend zu werden. Die mittlerweile alkoholfreien NEVERMORE versicherten jedenfalls bereits im Vorfeld fetter denn je zu sein und die deutschen Nordlichter von DEW-SCENTED sind live ja sowieso eine sichere Bank.
Aber wie sich herausstellen sollte, wusste mich auch der Opener MERCENARY zu überzeugen. Hierzu erteile ich jedoch meinem ebenfalls zugegen gewesenen Cheffe das Wort… (chris)

Lang ist es ja nicht her das die Dänen von MERCENARY in der RoFa gezockt haben - als Opener von Brainstorm nämlich und da hatten sie deutlich die A-Karte gezogen. Kaum jemand interessierte diese Combo die auch noch mit extrem fiesem Sound zu kämpfen hatte.
Da war es heute schon deutlich voller. Zwar wieder als Opener aber diesmal mit halbwegs erträglichem Sound gab es knapp 35 Minuten MERCENARY mit leider viel zu wenig Songs. Die Highlights "Firesoul" und der aktuelle Titeltrack des Albums "11 Dreams" kommen wieder mal fett rüber und die Leute vor der Bühne sind sichtlich angetan von dem geilen Mix aus Power und Melodic Death Metal. Die beiden Sänger Mikael, heute leicht erkältet dafür wieder stark an Ripper Owens erinnernd und Kral (Vocals und Bass) ergänzen sich wiedermal klasse. Das Jahr neigt sich dem Ende zu und nach vier gesehenen Gigs dieser Dänen in 2005 haben sie große Chancen auf meinen Platz Nr. 1 im Bereich "Liveband des Jahres". (xhb)

Setlist MERCENARY:

ReDestructDead
Firesoul
World Hate Center
Seize The Night
11 Dreams

Hossa! Da kann ich nur zustimmen. Ein weiterer Anwärter auf diesen Thron, zumindest im Bereich Teutonen-Thrash, sind die zu einer richtigen Live-Institution avancierten DEW-SCENTED. Es gibt zwar nicht allzu viel Bewegung auf der Bühne der Rofa, aber von SLAYER ist man es ja auch nicht gewohnt, dass bei ihren Shows die "Reise nach Jerusalem" zelebriert wird. Die Köpfe wurden allerdings kräftigst geschüttelt und Hobbyzauberer und Sänger in Personalunion Leif Jensen machte, dass sich sein helles Shirt bis zum Ende der Show in einen nassen dunklen Lappen verwandelte. Line-Up technisch überraschten sie auch, indem sie für Stammdrummer Uwe Werning, den mittlerweile für OLD MAN’S CHILD trommelnden Reno H. Kiilerich als Tourersatz gewinnen konnten. Ebenso wie auch den eigentlich ehemaligen Gitarristen Florian Müller, der den aktuellen zweiten Klampfer Marvin Vriesde vertrat, der wegen Terminüberschneidungen in Ludwigsburg und Pratteln nicht mit von der Partie sein kann. Nichtsdestotrotz feuerten DEW-SCENTED eine Granate nach der anderen ab und zwischendurch grüsste Leif auch die anwesenden Mitarbeiter von Nuclear Blast, bei denen sie ihren Plattendeal verlängern konnten. Partystimmung war angesagt und bei den Hammersongs ihres aktuellen Albums "Issue IV" blieb niemand ruhig stehen. Es immer wieder ein Vergnügen den Jungs zuzuschauen und es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis sie Bands wie KREATOR oder DESTRUCTION den Rang ablaufen werden. Daumen hoch für DEW-SCENTED…!!!

Setlist DEW-SCENTED:

Unconditional
Bitter Conflict
Turn To Ash
Cities Of The Dead
Processing Life
Rituals Of Time
Prison Of Reason
New Found Pain
Destination Hell
Never To Return
Soul Poison

Danach war es an NEVERMORE die Hütte brennen zu lassen. Und das bekamen sie auch supergut hin. Mir fehlt zwar etwas die Vergleichsmöglichkeit, weil ich sie heuer zum ersten Mal sah, aber was die Jungs aus Seattle da boten, war schon eine richtig geile, energiegeladene Show. Von der Grippe, die Bassist Jim immer noch plagt, ist nichts zu merken und Blickfang Warrel Dane ist auch richtig gut bei Stimme. Etwas unvorteilhaft ist es jedoch, beim moshen eine schlecht sitzende Kopfsocke zu tragen. Und wenn se runterfällt - einfach liegen lassen das Teil. Wie auch in Hamburg spielten NEVERMORE ein reguläres Set von anderthalb Stunden, die es in sich hatten. Der anwesenden Mutter eines Fans wurde dann auch prompt "Heart Collector" gewidmet; die hat sich bestimmt tierisch gefreut…
Als nicht eingeschworenem NEVERMORE-Fan wurde mir die Zeit zunehmend etwas zu lang, die anwesende Crowd konnte aber nicht genug bekommen. Und so wurden auch noch die Zugaben "This Godless Endeavor" und "Enemies Of Reality" frenetisch abgefeiert. Die Setlist, die in Zusammenarbeit mit den europäischen Fans entstand bot einen gelungenen Querschnitt durch die einzelnen Alben, obwohl mir beispielsweise "What Tomorrow Knows" von der ersten Pladde doch etwas gefehlt hat.
Man kanns nun mal nicht jedem recht machen, anhand der Publikumsreaktionen ließ sich jedoch festmachen, dass auch diese Show für NEVERMORE ein absoluter Abräumer war. (chris)

Setlist NEVERMORE:

Intro
Born
Acid Words
Bitter Sweet Feast
Narcosynthesis
River Dragon
Beyond Within
Dreaming Neon Black
7 Tongues Of God
The Learning
Sentinent 6
Sound Of Silence
Heart Collector
Final Product
This Godless Endeavour
Enemies Of Reality

Alle Bilder vom Gig anschauen

(chris)

 
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