Rock Harz Open Air 2005 - Freitag, 08.07.2005 |
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Eigentlich braucht man über die Organisation des Rock Harz Open Airs keine großen Worte zu verlieren, denn die war wieder nahezu perfekt: freundliche Security, ein reibungsloser Ablauf, viele gute Bands und ein unverwechselbarer Charme sorgen seit gut drei Jahren dafür, dass sich das Festival auch bundesweiter immer größerer Beliebtheit erfreut. So kommt der Großteil des Publikums schon lange nicht mehr aus Osterode und Umgebung, sondern aus der ganzen Republik. Auch die Musiker, an dieser Stelle seien mal DESTRUCTION, RAGE und ONKEL TOM, der am zweiten Festivaltag gar sein eigenes Merchandising in an Mann zu bringen versuchte, genannt, waren von der friedlichen und entspannten Atmosphäre angetan und lobten die Veranstaltung in höchsten Tönen. Kritik kann man da eigentlich nur am ziemlich straffen Zeitplan anbringen. Kaum war eine Band auf der einen Bühne fertig, ging es auf der anderen schon zügig weiter. Es wäre für die Zukunft vielleicht nicht verkehrt, ab und zu mal eine kleine Pause einzubauen, damit man nicht immer von der einen Stage zu anderen hetzen muss.
Ansonsten gab es wirklich kaum etwas zu bemängeln. Das 0,3 Liter Beck�s schlug mit 2 Euronen zu Buche, das Weizen konnte man sich für faire 3 EUR in die Kehle kippen und auch die Preise an der Futter-Theke waren mit 4 EUR für den Döner oder 2 EUR für die Bratwurst oder Pommes durchaus okay. Als gute Idee erwies es sich im hinteren Teil des Geländes einen Biergarten aufzubauen, die gegebenen Sitzplätze wurden rege genutzt um die Batterien wieder aufzuladen und in geselliger Runde beisammen zu sitzen.
Überaus Fan-freundlich ist auch der Eintrittspreis gewesen: für 23 EUR für zwei Tage voller Top Acts und ambitionierter Newcomer kann man sich wahrlich nicht beschweren. Auch wer sich nicht für alle Bands interessiert, sollte sich für das kommende Jahr überlegen, sich gleich das 2 Tages-Ticket zuzulegen, anstatt dann 19 EUR an der Tageskasse zu löhnen.
So, bevor das nun aber in einen Roman ausartet, hör ich lieber auf und wünsche viel Spaß beim Live-Review, dass Dennis und meinereiner dieses mal ohne memme zusammen zimmern mussten, da dieser beim Headbanger�s Open Air im hohen Norden weilte. Aber auch so haben wir zusammen mit insgesamt 5.000 Fans ein großes Fass aufgemacht�(lk)
Ich erinnere mich noch mit Grausen an den Gig, den die Clausthaler Melodic Metaller ELEMENT X im Jungendzentrum Osterode als Support von Dark Age abrissen, aber auf dem "Rock Harz" wirkte die gesamte Mannschaft wie ausgewechselt. Zwar merkte man immer noch, dass hier eine Newcomerband am Start war, aber die Performance war sehr ansehnlich und die Stücke der "Dark Dreams" - EP kamen fett und durch den Wechselgesang sehr abwechselungsreich aus den Boxen. Dabei lag das Hauptaugenmerk neben Sänger/Gitarrist Sascha auf der äußerst ansehnlichen und talentierten Sängerin Annika, die sehr schüchtern wirkte, aber das Material gut umsetzte. Zugute kommt der Band auch der Einsatz von drei Gitarren, die das hymnisch - speedige Songmaterial ansprechend hoch verdichten. In dieser Tagesform und mit vielleicht etwas mehr Liveroutine sind ELEMENT X eine wirklich unterhaltsame Bastion!(do) WORST aus Osterode waren die mit Abstand jüngste Band des diesjährigen Open Airs: Gitarrist Marlon und Basser Jens sind gerade 19 geworden, Shouter Kim-Philipp Spillner kann sich als volljährig bezeichnen und Drummer Alexander Langer hatte gerade mal die 15 erreicht. Dass diese Jungspunde trotzdem etwas draufhaben bewiesen sie als erster Act in der Zeltbühne und konnten mit ihrer Mischung aus Metalcore und Nu Metal schon einige Fans zum Pogo bewegen. Die Songs von WORST eignen sich auch bestens zu, sind sie doch gut zwischen melodischen Parts und Aggro-Gebolte ausbalanciert. Nicht schlecht.(lk) Nach Worst ging es auf der Hauptbühne modern-aggressiv weiter. 10 FOLD-BELOW aus Köln zeigten den leider noch nicht allzu zahlreich versammelten Fans, dass ihr Soundpaket aus Thrash Metal und Nu Metal Elementen durchaus hörenswert ist. Zudem zeigte sich die Band äußerst engagiert und man merkte besonders ihrem Sänger Thomas an, der seine stattliche Bierwampe amtlich über die Bretter bewegte. Das Hauptaugenmerk des gut 45 minütigen Gigs lag natürlich auf der neuen Scheibe "For Those Who Share The Sun", auf die man hier durchaus Appetit gemacht hat. (lk) Dass die Formation D.A.M.N. aus Salzgitter nach ihrem Auftritt zahlreichen Lob von den Fans und sogar von Mitgliedern anderer Bands erntete, war nicht verwunderlich. Mittlerweile durch ein paar kleinere lokale Events gut aufeinander eingespielt, legte die Band vor leider nicht ganz so vielen Leuten wie erwartet ein sehr geiles Konzert hin, das anfangs unter keinem guten Stern stand. Ausgerechnet auf ihrem ersten großen Open Air versagte die Tontechnik vor Beginn, was Bassist Mat nicht davon abhielt, "Smoke On The Water" in zwei verschiedenen Tonlagen anzustimmen und Sängerin Toni (die beim Kreischen oft ampelrot anlief) dazu bewegte, allerlei Lustiges (unter Anderem vom "Braunen Ton") zu erzählen.... Als der Verantwortliche dann endlich das Getriebe seiner Lärmorgel gewechselt hatte und das Quintett mit "Gefangen im Ich" loslegte, waren die anfänglichen Nervositäten jedoch sofort beseitigt. Mit "Illusion Des Lebens", "Das Vermächtnis", "Tränen Der Einsamkeit" und "Neuordnung" kamen dann noch sämtliche anderen Songs des demnächst erscheinenden neuen Demos auf�s Tablett und begeisterten die Menge trotz ihrer komplexen Songstrukturen, die nicht nur Doomcore, sondern auch grollenden Death Metal und vereinzelte Black Metal - Zitate beinhalten. Daher war es gut nachvollziehbar, dass D.A.M.N. auf dem "Rock Harz" zu den erfolgreichsten lokalen Abräumern gehörten - und sich mit "Beautiful You" sogar eine Zugabe erspielten. Starke Show einer starken Band! (do) STONE OF FAL waren mir vor ihrem Gig kein Begriff und sie sind es jetzt, ehrlich gesagt, auch nicht wirklich. Nachdem D.A.M.N. ziemlich tight die Zeltbühne gerockt hatten, durften die Hard Rocker um Sängerin Susanne Brun nun eine Stunde lang auf der Main Stage aufrocken. Musikalisch war das ja dann auch gar nicht einmal schlecht, nur irgendwie unpassend und teilweise auch sehr langatmig. Das Gebotene konnte niemanden so richtig vom Hocker reißen und so zog es dann auch der Großteil des Festivalbesuchs zu dieser Zeit vor, sich ein Beck�s oder ein Weizen zu gönnen. Schade, die Band scheint mir hier verheizt worden zu sein. (lk) Running Gag bei Metal Inside: Herr Otto frug Herrn Knackstedt vor ein paar Monaten: "BEDEVILMENT kommen hier aus´er Ecke. Ham� wa die schon mal gesehen?" Und Herr Knackstedt antwortete: "Klar, vor zwei Jahren auffem "Rock Harz". Weiß�te nich� mehr?" Und kurz vor dem Festival noch mal dieselbe Frage - und dieselbe Antwort. Ich konnte mich, ohne Scheiß, nicht mehr an die Band erinnern, dabei gehen bei mir besonders gute und besonders schlechte Gigs nur sehr selten verloren. Als die Jungs dann angefangen hatten, wusste ich aber wieder, warum ich die Band vermutlich seinerzeit vergessen hatte. Netter, gut gespielter Death Metal, ein fies dreinblickender, durchaus fähiger Frontmann, aber irgendwie farblose Songs und eine sehr statische, blutleere Show, die zu Beginn auch noch im starken Kunstnebel unterging. Ein bissel mehr Bewegung hätte zumindest dem Axtgeschwader nicht geschadet und sogar richtig gut klang die Band immer dann, wenn sie sich auf heftiges Midtempo konzentrierte. Die ersten paar Reihen konnten meine Kritik aber augenscheinlich absolut nicht teilen und bangten, angefeuert von Vorgrunzer Michael Kleppe, munter zu Hassbolzen wie "Scheiterhaufen". Kein schlechter Gig, aber prägnantere Songs und eine agilere Show hätten zumindest bei mir Wunder gewirkt. Trotzdem werde ich mich nächstes Mal an die Band erinnern, versprochen! Denn wirklich schlecht sind und waren die Jungs keinesfalls! (do) Obwohl mir die letzten Studiowerke der US - Thrasher nicht so sehr zugesagt haben wie die alten Alben, sind OVERKILL, nicht nur für mich, live nach wie vor eine Macht. Blitz präsentierte sich auch auf dem "Rock Harz" als agiler, kraftvoller (auch optisch�) Frontmann, der seine Fans spielend im Griff hatte. Bereits im Jahr 2002 das Festival unsicher machend, legte die sehr gut eingespielte Band ein "Comeback" hin, das es wirklich in sich hatte: "Necroshine", "Hello From The Gutter", "Elimination", "In Union We Stand" (wie immer Sahne!) oder aktuelle Schoten wie die Vergangenheitsbesinnung "Old School" fügten sich eindrucksvoll zusammen und machten eine rundum gelungene Thrash - Party komplett und das abschließende AC/DC - Cover "Dirty Deeds Done Dirt Cheap" setzte der Show einen stimmungsvollen Schlusspunkt. Als rein subjektiv etwas unglücklich empfand ich allerdings die Setlist, die zwar viele Highlights enthielt, aber wenigstens ein Übersong der Marke "Overkill", "Deny The Cross", "Battle" oder "E.vil N.ever D.ies" hätte (vielleicht anstatt der Coverversion) noch Platz gehabt. Absolut solider, sehr guter Gig, auch wenn ich OVERKILL persönlich schon (noch) stärker erlebt habe! (do) IZEGRIM mit dem gelben Nummernschild galten schon im Vorfeld als einer der größten Sympathieträger des Festivals. Dass daran evtl. Sängerin Krisz und Bassistin Foxx (beide nicht wirklich unattraktiv�) einen entscheidenden Anteil hatten, lasse ich einfach mal dahingestellt. Fakt ist, dass die Band im gut gefüllten Zelt ordentlich rockte, auch, wenn meine Wenigkeit die Kompositionen nicht gerade überragend und relativ austauschbar fand. Zudem machte Krisz den Fehler, zwar aggressiv zu kotzen, aber nicht so inbrünstig kraftvoll, wie es einige "Kolleginnen" tun, bzw. auf dem "Rock Harz" taten. Die sehr netten Oranjes schienen trotzdem eine Menge Leute zu überzeugen und boten der härter ausgerichteten Fraktion eine unterhaltsame Show. (do) DESTRUCTION kann man vielleicht vorwerfen, "an jeder Steckdose" zu spielen, aber dann ist an der Steckdose auch gut was los! Schmier, Mike und Co. gehören zum Inventar der Szene und wissen immer, was sie ihren langjährigen und jüngeren Fans schuldig sind. "Wir finden�s voll geil hier und wir lieben kleine, familiäre Festivals wie dieses hier. Klar, wir mögen auch das große "Wacken", aber sowas wie hier mögen wir noch mehr, weil nicht 20 Meter Abstand zu den Fans herrschen!", ehrte Schmier die recht große, bangende Meute, die, mit Gerstensaft bewaffnet, alten und neuen Thrash - Keulen wie "Invincible Force", "Bestial Invasion", "The Butcher Strikes Back", "Thrash ´Till Death", "Metal Discharge" oder "Nailed To The Cross" lauschte und eine Band abfeierte, deren Reunion ganz sicher nicht unter das Kapitel "verzichtbar" fällt. Nur die schwarz gefärbten Haare des Frontmannes ließen mich von Weitem rätseln, ob da nicht ein Besetzungswechsel stattgefunden hatte�.. "Le Frisur" oder doch eher "Total Destruction"? (do) Kaum waren Destruction fertig, legten MY DARKEST HATE auf der Zeltbühne los und zwar mit Nachdruck. Drei Alben und ein Demo Tape haben die Deather, die nicht nur entfernt an Bands wie Bolt Thrower oder Massacre erinnern, bisher zustande gebracht und boten aus diesem Fundus an Songs dann auch einen repräsentativen Querschnitt ihres bisherigen Schaffens. Die Band zeigte sich spielfreudig und dynamisch und so dauerte es auch nicht lange, bis die Meute im Zelt ordentlich die Matten kreisen ließ (und dabei fast einen Lichtständer umriss�). Sehr ordentlicher Auftritt, der aber einige Fans mehr verdient gehabt hätte. (lk) Über den Zuschauerzuspruch konnten sich dann GRAVE DIGGER natürlich nicht beschweren. Die Mannen um Chris Boltendahl und Kampfschwein Manni Schmidt bot eine arschtighte Show mit anfänglichen Soundproblemen, die aber, nachdem der Oberreaper die Leute am Mischpult mehr oder weniger dezent darauf hingewiesen hatte, bald der Vergangenheit angehörten. Ein wenig überrascht war ich zum Anfang, als die Band mit dem Titeltrack der aktuellen Scheibe ins Set einstieg. Ich weiß nicht, aber meiner Meinung nach muss ein DIGGER- Gig eigentlich mit Firepower beginnen, um die Leute anzutreiben. Offensichtlich sehen die Jungs das aber etwas anders. Ist ja auch nicht wirklich wichtig, mit was man nun fängt, Hauptsache der Rest fegt durchs Gelände, und das Tat er dann auch: unter anderem "Circle Of Witches", "Excalibur", Morgane Lefay" "The Dark Of The Sun" "Knights Of The Cross", "The Grave Digger" und "Heavy Metal Breakdown" als Zugaben und natürlich der Evergreen "Rebellion" ließen keine Wünsche offen und sorgten im Publikum für Jubelstürme. Da war man fast schon traurig, dass nach einer Stunde und 15 Minuten Schicht im Schacht war, denn in dieser Form kann ich den Herren Becker, Boltendahl, Schmidt, Arnold und Katzenburg (für die, die es nicht wissen, das ist der Mann am Keyboard, der irgendwie dem Bandmaskottchen ähnlich sieht�) stundenlang zusehen. (lk) FEAR OF THE DAWN sind eine echte Hausnummer beim Rock Harz Open Air geworden und so war klar, dass die Stimmungsmacher aus Osterode natürlich auch in diesem Jahr ihren Gig haben dürften. Wie gehabt bot man den Fans im Zelt Iron Maiden Cover zum Besten. Die nahmen diese Steilvorlage in Form von "The Number Of The Beast", "Run To The Hills" oder insbesondere "Fear Of The Dark" dankbar auf und gingen mächtig ab.Irgendwie ist es schon komisch, dass eine Coverband mehr Fans anlockt, als manch regulärer Act. Aber im Vergleich zu dem, was knapp 22 Stunden später an gleicher Stelle folgen sollte, war das noch ein wenig Getobe in der Sandkiste, wenn auch eine sehr gute. (lk) Beim solo tätigen und stets trinkfreudigen Sodom - Urgestein hatte ich ein Stereo - Erlebnis der ganz besonderen Art: rechts vor der Hauptbühne positioniert, ertönte zu meiner Linken der schon arg alkoholisierte ONKEL TOM mit Saufliederumsetzungen der verzichtbaren Schublade und zu meiner Rechten, nicht weniger laut, Onkel Knackstedt mit hymnenhaften und sehr authentisch umgesetzten "Scheiß Schalke, geh nach Hause, tralala�!!!" - Chorälen. Nun ja, gegen den von Herrn Engelrippchen favorisierten Fußballclub (den er stolz in Form seines T - Shirts präsentierte� was meinen Kollegen laut eigener Aussage zu einer Beinahe - Konfrontation mit seinem Mageninhalt trieb) hege ich persönlich deutlich weniger Groll als gegen seinen mehr als grottigen Auftritt als "Absacker - Headliner" am Freitagabend. "Wenn ich Einmal Traurig Bin" oder "Schnaps, Das War Sein Letztes Wort" waren zwar ab 4,9 Promille nette Wegbegleiter, aber wenn dann noch in den viel zu langen Laberpausen absolut platt, primitiv und schlichtweg unpassend gegen Osama, Terrorismus und Co. gewettert, bzw. während einer solchen Show politisiert wird, geht mir echt der Hut hoch� und der lag garantiert nicht auf dem Schoß! Schöne Saufparty als Ausklang eines Festivaltages - nichts dagegen; aber Tom, Du bist Profi und auch, wenn Du gerne mitfeierst, halte bitte ein gewisses Maß an Professionalität ein. Voll auf die Bühne gehen und geistigen Dünnpfiff von sich geben, sollte sich auch eine Kultfigur der Szene nicht erlauben! Ist nicht böse gemeint, sondern nur ein gut gemeinter Ratschlag. (do) (lk) |
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