Konzertbericht

JBO, Null$katte$nylterne - Pahlen, Eiderlandhalle, 29.10.2004

Die Norweger mit dem schier unaussprechlichen Namen NULL$KATTE$NYLTERNE waren bereits einige Male als Support bei J.B.O dabei und begannen pünktlich um 20.00 Uhr in der recht gut gefüllten Eiderlandhalle in Pahlen. Fehlenden Power oder Animation kann man den 5 sicher nicht vorwerfen, doch der berühmte Funke wollte nicht so richtig überspringen. Punk-Rock Songs wie "Faster, Harder, Louder" hatten zwar ordentlich drive und durchaus Potenzial, doch irgendwie war es zu viel der guten Klischees. Ein Sänger der bisweilen an Robbie Williams erinnert, immer wieder anzügliche Sprüche von sich lässt und mit dem Posen kaum zu übertreffen war ließ die Fans an diesem Abend eher unentschlossen vor der Bühne stehen. Einzig die Singalongs kamen gut an, die er geschickter weise gleich des Öfteren mit "J.B.O. Rufen" versuchte.

Bereits um 21.00 Uhr verdunkelte sich die Halle wieder. Wer schon einmal bei J.B.O. auf einem Konzert war der wusste, dass dieses nicht einfach so beginnen würde. Ein Almöhi stieg auf einen Stuhl vor dem Vorhang und begann eine Geschichte vor zu lesen, das Märchen von J.B.O.. Ein schöner Einstieg für den ersten Song und eine der J.B.O. Hymnen: "Verteidiger Des Blödsinns". Die Stimmung ist bestens und auch die folgenden Songs wie "Wir ham´ne Party" oder "Schlaf Kindlein Schlaf" gehen gleich richtig ab. Wer jetzt noch nicht eingeschlafen war, der sei selber Schuld und müsse nun durchhalten, so Hannes. Zu diesem Zeitpunkt ahnte noch niemand, wie lange das werden würde und so schlug man sich auch tapfer bei "La Le Lu" gegen den Schlaf und hottete eine flotte Runde zum Medley mit "Yellow Submarine", "Singing In The Rain", "My Bounty fährt über den Ozean…" usw. . Die Dauerbrenner "My Alde Is Im Playboy drin" und "Der Hofnarr" durften natürlich nicht fehlen, doch irgendwie beschlich den ein oder anderen das Gefühl an dieser Stelle, dass das Konzert trotz neuem Album nicht viel anders werden würde als die Tourneen zuvor, mal abgesehen davon, dass Hannes G. Laber dem letzteren dieser Namen zusammen mit Vito alle Ehre machte. Doch zum Glück wurden wir einen besseren belehrt, denn mit dem nächsten Song folgte ein unveröffentlichter, da nicht genehmigter Coversong, der live jedoch gespielt werden darf. "Danke für diese guten Drogen" ist mal wieder in feinster J.B.O. Manier und ideal zum mitsingen. Sehr schade, dass es ihn nicht auf CD geben wird. Der Gaststar jeder J.B.O. Show ist natürlich auch an diesem Abend wieder extra nach Pahlen gereist, um sein Können zum Besten zu geben. Luciano Pavarotti singt "Roots Bloody Roots" und "Whole Lotta Rosie", bevor endlich mal wieder ein paar neue Songs wie "Gänseblümchen”, "The Kickers Of Ass”, "Glaubensbekenntnis" und das von Ralph gesungene "Voll Im Arsch” folgen, welche allesamt auch live sehr gut ankommen, wenn auch bei weitem nicht wie das laut Hannes mehrfach gewünschte "Bolle". Da ging die Post in den vorderen Reihen richtig ab. Mit den Songs "Ich Will Lärm", "Ein Guter Tag Zum Sterben" und "J.B.O. wird niemals sterben" endete das Set der - O-ton Hannes G.Laber - wichtigsten mitteleuropäischen Protest-Politband. Die Zugaberufe wurden laut, doch J.B.O. kündigten an, sie haben keine Lust auf eine Zugabe. ??? Sie wollen lieben zwei Zugaben spielen. Ah, aber immer doch. "Gimme Doop Joanna" und "Ein Fest" kamen jedoch so gut an, dass es nicht bei zwei blieb und das Konzert erst nach 2 weiteren Zugaben mit "Der Ruf Ist Im Eimer" und "JBO" nach mehr als sage und schreibe 2 ½ Stunden beendet wurde.

(tennessee)

 
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