Konzertbericht

Pink Cream 69, Axxis, Crystal Ball - Hamburg, Markthalle, 16.03.2004

Das war doch mal ein ungewöhnlicher Anfang für ein Metal-Konzert. Wie auch auf dem aktuellen Silberling der Schweizer CRYSTAL BALL kam das Intro vom Band, bei dem man sich gleich 1000 km weiter in den Süden versetzt fühlt, mitten auf eine Alm mit dem direkt anschließenden Opener "Hellvetia". Solider Start, den die schätzungsweise 450 Gäste der Markthalle honorierten. Spätestens ab dem dritten Song, "Lay Down The Law" war das Eis gebrochen und die ersten Reihen fingen an mit zu rocken. Eine absolut ordentliche Leistung, die die sympathischen Schweizer da zeigten. Mit Frage-Antwort-Spielchen wie "Wer erfand den Hustenbonbon?" und "Nichts ist unmöglich…" haben sie gleich eine lockere Atmosphäre geschaffen, nur mit dem "Waschmaschinen leben länger mit…" klappte es nicht, was die Vermutung nahe legte, das in Hamburg nicht gewaschen wird. Der etwas härte Song "Soul Mate" kam denn auch richtig gut an und die beiden letzten Songs "Dance With The Devil" und "Private Visitor" machten Lust auf mehr. Bleibt zu hoffen, dass wir die Band bald mal wieder in Hamburg sehen, für einen etwas längeren Auftritt.

Setlist:
Hellvetia
Forever And Eternally
Lay Down The Law
My Life
Soul Mate
Dance With The Devil
Private Visitor

Nachdem wie auch bereits auf den vorhergehenden Touren sich die beiden Headliner jeden Abend mit der Spielfolge abwechseln und AXXIS im heimatlichen Bochum das Konzert zuvor als Abschluss bestreiteten, war in Hamburg nun die Reihenfolge Axxis, Pink Cream 69 angesagt. Nach einer erfreulich kurzen Umbaupause ging es erwartungsgemäß mit dem Song "Angel Of Death" aus dem aktuellen Album gleich richtig geil los, gefolgt von den Songs der Vorgänger-Alben "Lost In The Darkness" und "Brother Moon". Gut gelaunt und auch sprachfreudig wie immer, präsentierte sich Bernhard Weiss auch heute wieder, so dass es nicht lange dauerte, bis der erste Fan auf der Bühne landete und die Aufgabe bekam, für Stimmung zu sorgen. Für Spaß sorgte im Anschluss eine sprechende, kleine Puppe, die Berny auf der Tour geschenkt bekam und deren Aussagen nicht gerade für Kinderohren geeignet waren…natürlich durften die Alltime-Klassiker wie "My Little Princess" und "Little War" nicht fehlen, die mich an viele geile Axxis Konzerte erinnerten. Mit der sehr geilen Live-Version von "Wind In The Night", vom aktuellen Album, erreichte die Stimmung im Saal einen der Höhepunkte des Abends. Mehr als positiv überraschte der Drummer Andre Hilgers von Silent Force, welcher für den noch immer verschwundenen Richard Michalski eingesprungen ist. Eine sehr starke Leistung, Respekt. Für das kleine Akustik-Set holte sich Berny mal wieder Verstärkung aus dem Publikum, auch wenn sie zunächst nicht ganz glücklich darüber war, klappte es bei den Songs "Fire & Ice" und "Touch The Rainbow" dann doch recht gut. Mit "Kings Made Of Steel" wurde die Akustik-Session dann leider schon beendet und mit "Kings Made Of Steel" auch zunächst der Gig. Den lauten Zugaberufen wurde mit "Shadowman" und "Living In A World" noch mal richtig eingeheizt und schon fast traditionell, durfte natürlich "Na na, hey, goodbye" nicht fehlen.

Setlist
Angel Of Death
Lost In The Darkness
Brother Moon
My Little Princess
Little War
Battle Of Power
Trash In Tibet
Fire & Ice
Touch The Rainbow
Kings Made Of Steel
Little Look Back

Kingdom Of The Night
Shadowman
Living In A World

Na, Na, Hey, Goodbye

Nach dem starken Auftritt von Axxis tat eine Pause dringend Not, bevor es kurze Zeit später mit PINK CREAM 69 gleich weiter ging. Nach der Erkrankung vom Gitarristen Alfred "Koffl" Koffler die erste Tour wieder seit Jahren, abgesehen von ein paar einzelnen Shows im letzten Jahr. Live wird Koffl unterstützt vom Gitarristen Uwe Reitenauer, der sich offensichtlich sehr gut eingelebt hat. Opener, na klar, der Titel vom aktuellen Album "Thunderdome", der es gleich krachen lies. Wirklich bewundernswert ist die Spielweise von Alfred Koffler, der zum größten Teil mit nur zwei Fingern der linken Hand sich eine neue Technik angeeignet hat. Auch Pink Cream 69 brachten relativ viele Alltime-Faves wie "Lost In Illusion", "Keep Your Eye On The Twisted" und natürlich einen der ersten Hits "Living My Life For You", welche von den langjährigen Fans in den ersten Reihen zum Teil komplett mitgesungen wurden. Sehr gut rüber gekommen ist auch "Talk To The Moon" und "The Spirit", doch Highlight des Abends war sicher die Balladenversion von "One Step Into Paradise", bei der David Readman mehr als eindrucksvoll seine Sangeskunst unter beweis stellte. Den ruhigen Takten folgend, gab es anschließend mit "That Was Yesterday" die schöne Ballade vom neuen Album gleich oben drauf. Etwas schwach für meinen Geschmack waren "Seas Of Madness" und "Break The Silence". Mit "Carnabay Road" spielten sie einen der wohl besten Songs des neuen Albums, der sich auch live sehr gut hören lässt und vom Drumsolo Kosta Zafirious gekrönt wurde. Selbstverständlich durften auch bei den "Pinkies" die lauthals geforderten Zugaben nicht fehlen, wie "Welcome The Night", "Shame" und dem wohl ebenfalls Tradition gewordenen "So Lonely". Weiteren Zugaberufen wurde leider nicht mehr gefolgt, so dass gegen halb eins nach drei wirklich guten Gigs die wohl meisten Besucher zufrieden nach Hause gegangen sein dürften.

Setlist:
Thunderdome
Do You Like It Like That
Hell´s Gone Crazy
Lost In Illusion
Break The Silence
Talk To The Moon
Carnabay Road
Seas Of Madness
One Step Into Paradise
That Was Yesterday
The Spirit
Living My Life For You
Keep Your Eye On The Twisted
Welcome The Night
Shame
So Loneley

(tennessee)

 
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