Konzertbericht

Agathodaimon Listening Session, 06.03.2004

An diesem schönen Samstagnachmittag führte mich mein Weg ins Nuclear Blast Office, um im schwäbischen Hauptquartier des Labels den ersten Klängen des neuen Werkes "Serpent’s Embrace" der Mainzer Black Metal Formation AGATHODAIMON zu lauschen. Da ich eigentlich von deren bisherigen Outputs nichts kannte, außer ihrer ersten Platte "Blacken The Angel", ging ich recht unvoreingenommen an die Sache ran und ließ mich ohne Erwartungshaltung überraschen. Nachdem die schreibende Zunft dann nach und nach eintrudelte und sich bei Schnittchen mampfen, meeten, greeten und flippern die Zeit bis zum "Take-off" vertrieb, ging es dann auch schon los. Nach ein paar begrüßenden Worten von Sathonys spielte er auch schon den ersten Song…

1. Cellos For The Insatiable
Nach einem Keyboardintro erwartet einen das volle Brett. Und wenn ich sage volles Brett, meine ich jetzt keine Blastbeatattacken, sondern eine stark rhythmisierte, aber dennoch groovende Midtemponummer mit geilen Keyboardläufen. Der Mittelteil überrascht mit Hammondartigen Keys und interessanten Percussion-Samples.

2. Bitter End
Ein noisiges Sample leitet diesen Track ein, der mit seinen Gitarrenstops recht progressiv daher kommt. In der Strophe zeigt er sich dann von seiner doomig, groovigen Seite, worauf dann der bisher einzige Blastpart folgt, der in den uns vorgespielten Songs auch der einzige bleiben wird. Bald wird aber wieder die Bremse gezogen um schönen Keyboardfills und doppelläufigen Gitarrenbreaks den Vortritt zu geben. Überraschend hierbei ist auch das Schlussriff.

3. Feelings
Bei diesem Song, der aus der Feder des neuen Bassisten Eddie stammt, erwarten den Hörer zweistimmige Cleanvocal-Parts, für die ebenfalls von Eddie stammen. Bei diesem eher slowen, groovigen und dennoch leicht progressiven Stampfer stehen eingängige Melodien im Vordergrund. Der Mittelteil ist fast schon als episch zu bezeichnen. Fast schon balladesk fällt der Schlussteil mit seinen Pianosounds und den verträumten Gitarrenläufen aus.

4. Limbs Of A Stare
Dieses Stück startet als Midtempo Black Metal Brett. In der Strophe sehr rhythmisch und akzentuiert gehalten, groovt es dann im Chorus wieder zünftig. Die Bridge wiederum ist sehr doublebassbetont. Der Schluss ist zwar ebenfalls recht kernig, jedoch etwas zu lange nach hinten rausgezogen.

5. Serpent’s Embrace
Geiler Midtemposong mit teilweise cleanen Vocals und erneut geilen Keyboardlines. Sehr gut kommen hier die elektronischen Einflüsse der Band zum tragen. Insgesamt ist der Track sehr catchy, wobei mich auch der doppelläufige Gitarrenpart sehr begeistert hat. Interessant ist der gut/böse Effekt, der durch abwechselnden cleanen und growl/scream Gesang erzielt wird. Das Outro besteht aus einzelstehenden Pianotönen.

6. Static Day
Ein sehr grooviges Gitarrenriff macht bei diesem Track den Anfang. Außer mit erneut treffsicher eingesetztem zweistimmigen cleanen Gesang, besticht dieser Song mit seinem geilen Gitarrensolo und dem vorausgehenden mittelalterlich-barock anmutenden Keyboardpart.

Obwohl bei diesen sechs Tracks bis zu diesem Zeitpunkt noch kein Bass dabei war und es erst Roughmixe waren, hat mich der Sound mal voll umgehauen. Dazu muss man sagen, dass es sich bei der Anlage um keine Studio-Mischpult-extra-druckmach Geschichte handelte, sondern um ne ganz stinknormale HiFi-Konstruktion. Da kann man eigentlich nix mehr kaputt machen. Zusammenfassend ist zu sagen, dass diese sechs Stücke von insgesamt zehn, wobei die übrigen vier noch nicht Vorführbereit waren, eine Schnittmenge aus Black Metal, Melodic-Göteborg-Death Metal, Elektronik und Gothic Metal darstellen, wobei ich finde, dass wirklich für jeden etwas dabei sein dürfte. Haltet Augen und Ohren offen, Streetdate für "Serpent’s Embrace" ist der 21.06.2004!

(chris)

 
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