Keith Caputo, Miss Antarctica - Hamburg, Logo, 04.10.2003 |
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KEITH CAPUTO betourt mit seiner dritten Europatour seit 1999 sein neues Album
"Perfect Little Monsters", das nur auf seinen Konzerten oder via Homepage zu
bekommen ist (und auch da im Moment ausverkauft) - KEITH CAPUTO ist momentan
ohne Vertrag. Dumm für die Musikindustrie, denn viele, sehr viele Leute wollen
Ex-und-wieder Sänger von LIFE OF AGONY mit der großen Stimme sehen. Deshalb sind
die Clubs fast überall in Europa ausverkauft wie hier das Logo, einige Konzerte
wurden aus den schnuckeligen 300er-Clubs in größere verlegt.
Waren die letzten Male noch die trendigen Alternative-Mädchen in der Mehrzahl, ist das Publikum heute bunt gemischt mit deutlichem Männerüberhang, nur wenige spitze Stimmen schreien nach "Kiiiess, Kiiiess". Ungewöhnlich die Dramaturgie: KEITH CAPUTO fängt mit den völlig unbekannten "Charade" und "Solar Plexus" vom neuen Album "Perfect Little Monsters" an, danach kommen mit "Honey Comb" und "Upsy-Daisy" die rockigeren Stücke vom "Died Laughing"-Debüt. Während das Publikum in Ehrfurcht erstarrt, fängt Keith an der Akustik-Gitarre (hinter der er sich verstecken könnte) an, hüpft zu "Where What I Say" vorn am Mikrofon rum, spielt ergreifend "Got Monsters?" selbst am Keyboard. Zusammen mit seiner Band ist er so groovy und rockig wie vielleicht Mother Tongue, geschmeidig wird zwischen rockigen, jazzigen und eher bluesigen Töne gewechselt. Sein Gitarrist Jack Pisters unterrichtet unter anderem als Professor für Gitarre in Amsterdam, Mike Shore am Bass und Danny Blatt (git.) sind alte Kumpel von Keith aus New York, Schlagzeuger Jochen Vanrooien kommt aus den Niederlanden. Weiter geht es vom schweren zum leichten, vom sehr persönlichen zum sarkastischen, "Cobain" sei eher von "David Beckham, MTV und so weiter" ermordet worden als von mir und dir. Keith Caputo hat inzwischen genug eigene Songs um zwei und mehr Stunden zu füllen, nur vereinzelt summen einzelne LOA-Hits in der Pause. So richtig taut das Logo aber erst zur Zugabe auf, 350 Kehlen singen textsicher und inbrünstig "Selfish" zu Keith und seiner Akustik-Klampfe. Bis dahin hat selbst der Tourtross nicht geglaubt, dass das Lied so spartanisch noch einmal funktioniert. Danke Hamburg, ein Moment für die Ewigkeit. Vom ganzen Charme und dem großen Publikumsandrang profitieren schon davor MISS ANTARCTICA. Die fünf Mann starke holländische Supportband eröffnet mit stimmungsvoller Dekoration und bezirzt mit warmem, organischen Sound. Sänger Richey Glass ist das, was meine Hamburg-Ciddy-Mitbewohner anerkennend einen "Styler" nennen würden. Anerkennendes Kopfnicken, der spröde Glamour kommt gut an. Zu "Walls Come Tumbling Down" taucht Keith hinter dem Keyboard auf und singt, traumschön!
Setlist KEITH CAPUTO: (laetti) |
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