Konzertbericht

Masters Of Rock 2010 - Samstag, 17.07.2010

Am dritten Tag des Festivals schien die Sonne noch immer und erneut kletterten die Temperaturen auf knapp 40C. Während man vom Bang Your Head Festival bereits Regen und Abkühlung vernahm, schwitzen Fans und Bands wie in einem Backofen. Die Security verteilte unerlässlich Wasser an die Fans in den ersten Reihen und der Gartenschlauch wurde erneut als Dauerdusche benutzt. Die bekamen die Norweger COMMUNIC auf der Bühne natürlich nicht, doch sie durften sich dafür an der ansehnlichen Anzahl an Fans vor der Bühne erfreuen. Egal ob der Opener „On Ancient Ground“, das folgende „Payment of Existence“ oder „Conspiracy In Mind“, dankbar wurden die Songs aufgenommen und trotz der Hitze mitgerockt.

Erneut gab es mit der nächsten Band wieder einen stilistischen Wechsel, die Musik wurde wesentlich düsterer und härter mit den polnischen BEHEMOTH. Klar, dass da die ersten Circle Pits nicht lange auf sich warten ließen. Auf die Dusche dürften die Herren jedoch neidisch gewesen sein, denn mit ihren Bühnenklamotten und dem Make-Up schwitzen sie gleich doppelt.

Man mag es kaum glauben, aber teils die gleichen Fans, die eben noch zu BEHEMOTH im Circle Pit rockten, standen nun bei PRIMAL FEAR ganz vorne und konnten die Songs mitsingen. Hin und wieder erinnerte Sänger Ralf Scheepers mit seinen Bewegungen und dem Stage Acting an Rob Halford. Egal ob der Opener „Sign Of Fear“, „Fighting The Darkness“, Final Embrace” oder natürlich “Metal Is Forever”, die Fans gingen “ab wie Schmitz Katze”.

Anschließend wurden erneut die etwas härteren und schnelleren Töne mit ANNIHILATOR angeschlagen. Bereits vor zwei Jahren berichteten wir von der äußerst gelungenen Show auf diesem Festival und auch in diesem Jahr war sie wieder ein Highlight des Tages. Jeff Waters überzeugte durch seine Spielfreunde und Bühnenpräsenz, übernahm beim ersten Song „The Box“ gleich mal die Vocals und fegte in bester Angus Young Manier über die Bühne. Und obwohl im die Songauswahl sicher schwer fiel, landete er mit „Clown Parade“, „Fun Palace“ oder auch „Hell Is War“ absolute Treffer. Der Spaßfaktor hätte kaum noch übertroffen werden können.

Langsam aber sicher sah man auch in Vizovice die ersten Blitze am Himmel und vernahm ein leichtes Donnergrollen. Doch GAMMA RAY haben offensichtlich ein paar Sonnentänze vorab eingelegt, denn während der gesamten Show blieb es trocken. Ein klares Statement an die Fans gab es gleich mit dem Intro „We Will Rock You“ und genau das taten sie dann auch. 90 Minuten Rock und Metal vom feinsten. „Gardens Of Sinner“, „Empathy“ und „Fight“ animierten Kai Hansen und Henjo Richter des öfteren zu Gitarrenduellen, Daniel Zimmermann überzeugte einmal mehr mit einem hervorragenden Schlagzeugsolo und natürlich bewies auch Kai Hansen sein Können an der Gitarre mit einer schönen Soloeinlage. Schließlich waren es jedoch Songs wie „Armageddon“, „To The Metal“, „Rebellion“ und „Ride The Sky“, welche die Fans zum bangen und mitsingen brachten. Ohne Zugaben ging da natürlich nichts. Und so präsentierten sie mit „I Want Out“ einen alten HELLOWEEN Klassiker und setzten „Send Me A Sign“ als fulminantens Ende der Show ein.

Man weiß nicht, wie man es deuten soll. Ist der Regengott nun ein Fan von BLOODBOUND und hat mitgefeiert oder ist er es nicht und ließ es deswegen von der ersten bis zur letzten Note wie aus Eimern gießen? Nachdem die Schweden bereits vor zwei Jahren überzeugten und es den ganzen Tag trocken war, wirklich schade. Dennoch, die Fans ließen sich nicht beirren und standen einfach klatschnass und rockend im Regen. Czech Republic – you rock! Dankbar dafür spielten BLOODBOUND als gäbe es kein Morgen mehr. Der neue Sänger Patrik Johansson machte dabei eine enorm gute Figur und konnte die großen Fußstapfen vor Urban Breed durchaus füllen. Egal ob bei den BLOODBOUND Songs wie „Book Of The Dead“, „Crucified“, “Metal Monster” oder dem Maiden Coversong “Wrathchild”, mit ihm hat Fredrik Bergh einen wahren Glücksgriff gemacht. Mit „Nosferatu“ gab es schließlich den Bloodbound Höhepunkt zum Ende der Show.

(tennessee)

 
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