Konzertbericht

Danzig, Marduk - Hamburg, Docks, 29.11.2002

Hamburg im November. Totaler Konzert-Overkill. Nachdem Sentenced/Lacuna Coil eine Woche vorher parallel mit Iron Savior/Stormwarrior spielten und am 26.11. die Wahl zwischen Biohazard/Agnostic Front und J.B.O. getroffen werden musste, teilten sich an diesem Freitag DANZIG mit den Hellacopters das Publikum.
Besonders merkwürdig ist dabei die Tatsache, dass beide Gigs von dem gleichen Veranstalter gebucht wurden. Reife Leistung, Scorpio Concerts! Und da die Hellacopters derzeit ziemlich angesagt sind war das Docks natürlich meilenweit davon entfernt, ausverkauft zu sein.

Nun denn, als Support waren die Black Metal Highspeed-Kings von MARDUK am Start, die ich aber leider verpasste, da diese um 19:30 schon längst fertig waren. Nach den missglückten Einreiseversuchen in die USA (wegen mehreren vorbestraften Bandmitgliedern) ging für die Schweden also doch noch der Traum in Erfüllung, mit ihrem Idol zu touren.

Kurz vor acht legten Schinken-Glenn und seine Jungs dann aber los wie die Feuerwehr. Man kann zum neuen Album "I Luciferi" stehen wie man will, aber live krachen die Songs um einiges mehr als auf Platte. Speziell der Opener "Black Mass" entpuppte sich als wahres Groovemonster. Glenn hatte das Publikum jederzeit im Griff, auch wenn er sich wie gewöhnlich äußerst wortkarg gab. Musikalisch gab´s eine Art Best Of geboten. Neuere Songs wie "Satan´s Child" oder "Lilth" wussten zu gefallen, waren aber irgendwie nie mehr als eine Versüßung der Wartepause bis zum nächsten Klassiker. "777", "Her Black Wings" oder "Twist Of Cain" sind halt echte Rock-Perlen und da kommen die neueren Tracks trotz unbestrittener Qualität einfach nicht heran. Der Weggang von Drummer Joey Castillo in Richtung Queens Of The Stone Age wurde glänzend kompensiert und so zauberten Glenns Statisten eine echte Soundwand. Da genau lag leider auch das Problem, denn der Meister himself hatte teilweise Probleme mit seiner Stimme dagegen anzukommen. Zum Ende gab´s das obligatorische "Mother" und Glenn verarschte (mal wieder) seine Fans, indem er sie minutenlang nach einer Zugabe schreien ließ und dann doch keine spielte. So vergrault man seine Fans, ebenso mit Merchandise-Preisen von 25 € pro T-Shirt... So war der Gig nach gut sechzig Minuten bereits um 21 Uhr beendet, was mir allerdings noch die Gelegenheit gab, den Rest des Hellacopters-Gigs in der Großen Freiheit 36 zu sehen Was gibt´s noch zu berichten? Hm, Glenn´s Hose sah aus als hätte er beim Taschenbillard kein Ende gefunden, seine Gummi-Vampirhandschuhe lassen auf einen Werbedeal mit Swirl vermuten und der gute Jörn von Remedy Records plädierte lautstark darauf, das Glenn Danzig sich doch bitte wieder den Misfits anschließen möge. Vielleicht machen die Reunion-Spezialisten aus Wacken ja ein paar Cent locker...

(bjm)

 
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