|
Das EUROPE heiß darauf sind, endlich wieder in Deutschland zu spielen, verriet uns Joey Tempest bereits im Interview. Die Tour mit GOTTHARD kam also sehr gelegen und bietet der Band eine Chance, ihr neues Album live zu Promoten und sicher auch den ein oder anderen neuen Fan zu gewinnen. Dennoch war es fast schon ungewöhnlich, wie entspannt die Schweden noch eine Stunde vor der ersten Show der Tour waren. Nervosität? Keine Spur. Gelassen gab man selbst dann noch Interviews, während sich die Halle bereits füllte. Ca. 1000 Fans waren zum Pier 2 gekommen, um das Package zu sehen. EUROPE starteten um 20 Uhr mit „Last Look At Eden“ und „Gonna Get Ready“, zwei der neueren Songs, die offensichtlich nicht jeder kannte, die aber den verdienten Applaus ernteten. Der nächste Track war natürlich jedem hinreichend bekannt, so dass bei „Superstitious“ fröhlich mitgerockt und mitgesungen wurde, bevor Joey Tempest bestens gelaunt die Fans auf Deutsch und Englisch begrüßte. Und ja, irgendwie war es fast wie in den alten Zeiten. Der weiße Mikrofonständer, seine Mikrofonständerakrobatik, die Gesten, der ständige Kontakt zum Publikum, er hat es definitiv nicht verlernt die Stimmung anzuheizen, was im Anschluss mit „Sign Of The Times“ natürlich ebenfalls gelang. Hin und wieder griff Joey Tempest auch selbst zur Gitarre und schließlich wurde die wunderbare Ballade „New Love In Town“ zum emotionalen Höhepunkt. Im harten Kontrast dazu folgten „Seventh Sign“ und zwei der 80er Jahre Hits von EUROPE „Cherokee“ sowie „Rock The Night“. Ein prima Motto für den Abend, dem die Schweden voll und ganz erfüllten. So wunderte es auch nicht, dass die Zugaberufe laut wurden und mit „The Beast“ und natürlich dem idealen Outrosong „The Final Countdown“ leider schon nach einer Stunde das Ende der Show eingeleitet wurde.
Nach einer flotten Umbaupause folgten die Schweizer GOTTHARD, auch sie haben ein neues Album zu Promoten, setzen aber auch ganz klar auf die altbewährten Hits und fügten hier und da was Neues ein. Bei so vielen Alben dürfte die Auswahl schwer gewesen sein, doch um es vorweg zu nehmen, sie hätte besser für die Fans kaum sein können. Von Beginn an wurde die Band gefeiert. Während bei EUROPE der Sound zwar sehr gut war, aber die Lichtshow arg beschränkt, fuhren GOTTHARD 8 LED Streifen als Rückwand auf und legten mit „Unspoken Words“ und „Gone Too Far“ gleich mal richtig los. Natürlich konnte fast jeder „Top Of The World“ mitsingen und auch die Mundharmonikaeinlage bei „Sister Moon“ durfte nicht fehlen, bevor „Hush“ einen der Höhepunkte des Abends bildete. Das Sänger Steve Lee in Topform ist, bewies er eindrucksvoll beim Akustikset mit Gitarrist Leo Leoni. Nachdem er sich versicherte, dass es nicht zu lang werden würde für die Fans, ließ er sich gerne zu einer akustischen Zugabe hinreißen und die Fans waren natürlich happy. Mit „Shangri La“ und „All We Are“ ging es schließlich weiter und eh man sich versah, war mit „Lift U Up“ das offizielle Ende der Show erreicht. Aber fehlen da nicht noch zwei Hits, die unbedingt live gespielt werden wollen? Richtig, und so folgten „Mountain Mama“ und „Anytime Anywhere“ als gefeierte Zugaben. Fazit des Abends: Wer die Chance hat, noch eines der Konzerte auf der gerade erst gestarteten Tour zu sehen, der sollte sie nutzen, um mal wieder zu richtig schönen, alten Hits abzurocken.
(tennessee)
Dieser Bericht wurde bisher 1432 mal gelesen.
Fotogalerien:
|
|