Konzertbericht

The Poodles, Dynazty - Hamburg, MarX, 03.11.2009

Das typische Novemberwetter hat auch den Norden erreicht und was kann man besseres machen, als den Winterfrust auf einem Konzert wegzurocken? Gedacht, getan und zu THE POODLES ins Marx gefahren. Glücklicherweise – und aus Erfahrung – eine Stunde vorm offiziellen Start, denn auch dieses Mal war der Beginn der Show nicht um 21 Uhr, sondern bereits um 20.20 Uhr.

THE POODLES, welche bereits im Vorprogramm von Gotthard bei uns zu Lande zu sehen waren und in ihrer Heimat Schweden ansehnlichen Erfolg genießen, hatten ihre Landsmänner von DYNAZTY als Support dabei. Sie gelten als die neuen Enforcer, umso gespannter durfte man auf die Show sein. Wie eingangs erwähnt, ereilte die Jungs der vorgezogene Start, wodurch noch nicht alle Fans vor Ort bzw. in der Halle waren. Davon ließen sie sich jedoch nicht abschrecken und rockten mit „Higher `N´ Higher“ und „Catch The Night“ gleich mal ordentlich drauf los. Die noch junge Truppe um Sänger Nils gab sich redlich Mühe und ich habe weiß Gott schlechtere Supportbands gesehen. Die live Qualitäten von Nils sind durchweg gut, am Posing kann man noch ein wenig arbeiten, aber die Songs sind durchweg eingängig und rockig. Schade, dass die Fans offensichtlich so gar keine Ahnung von der Band hatten und dementsprechend verhalten reagierten. Dennoch gab es Achtungsapplaus nach dem Titeltrack des Debütalbums und gleichzeitig letzten Song des Sets „Bring The Thunder“.

Um 21.45 Uhr enterten THE POODLES die Bühne. Zwar waren nur ca. 50 Fans im Marx, die machten jedoch mit wie mindestens 100 Fans. Und das von Beginn an mit dem Opener „Too Much Of Everything“ sowie „Caroline“. Natürlich kam Sänger Jakob wieder einmal top gestylt auf die Bühne und wechselte im Laufe der Show mehrfach seine Outfits. Sein Posing war ebenso perfekt wie die Stimmung. Denn die POODLES waren offensichtlich sehr froh, dass die Fans so mitgingen und Strophe für Strophe mitsangen. Und das nicht nur beim Hit „Metal Will Stand Tall“, welcher natürlich abging wie Schmitz Katze. Der neue Gitarrist Henrik war eher der ruhende Pool in der Band, während Drummer Kicken sich immer wieder Späße mit dem Roadie erlaubte. Und auch Basser Pontus versuchte den geringen Bewegungsraum auf der Bühne zu nutzen. Während „Streets Of Fire“, „Shadows“ und das neue „I Rule The Night“ die Stimmung immer weiter anheizten, mischten sich auch DYNAZTY unter die Fans und rockten einfach fröhlich mit. Eine kleine Verschnaufpause gab es mit dem Balladenmix „One Out Of Ten“, „Can´t Let You Go“ und „Wings Of Destiny“, welcher einmal mehr bewies, dass die Schweden auch das Feeling für gefühlvolle Rockballaden besitzen. Bevor „Dream To Follow“ wieder in die schnelleren Gefilde wechselte, erzählte Jakob wie wichtig es ist, seinen Träumen zu folgen und so ist dieser Song ein Synonym für die Träume von THE POODLES. „Thunderball“ bildete schließlich einen weiteren Höhepunkt der Show, bevor das eher schwache „Heart Of Gold“ das Bass/Drumsolo einleitete und eine weitere Gelegenheit für Jakob zum erneuten Umziehen gab. Kickens Drums waren verziert mit den vier Bildern der Musiker und nahmen fast schon die Hälfte der kleinen Bühne ein. Optisch ein Hingucker und auch musikalisch war das Solo ok. Mit „7 Days & 7 Nights“ und „Seven Seas“ ging es dem Finale der Show entgegen. Doch ohne Zugabe ließ man die Pudel natürlich nicht weiter ziehen und so gab es mit „Flesh And Blood“ sowie „Night Of Passion“ – bei dem der Dynaztys Nils als Gastsänger aus dem Publikum mal eben mit einsprang – zwei weiteren Hits zum Abschluss. Eine tolle Show, die definitiv wesentlich mehr Zuschauer verdient hätte.

(tennessee)

 
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