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Ein kalter und dunkler Sonntag Abend in Hamburg, fast neben der Halle ist der Weihnachtsmarkt voll im Gange und im Marx sammeln sich zum Glück doch noch ein paar Fans, um metallischen Musikgenüsse zu lauschen. Was jedoch schon einige abschreckte war nicht nur die Kälte, sondern auch der Spielbeginn um 21 Uhr. Bei drei Bands an einem Sonntag Abend sicher zu spät. Wer auf die öffentlichen Verkehrsmittel angewiesen war, konnte den Hauptact nicht einmal zu Ende sehen. Warum fragte man sich. Nun gut, endlich Einlass und aufwärmen. Im kleinen Marx ist das nicht weiter schwierig, Wohnzimmeratmosphäre. Die erste Reihe durfte sich stets in Acht geben, nicht doch noch den Bass, die Gitarre oder den Mikroständer ins Gesicht zu bekommen. Dafür gab es Musik hautnah. Als erstes betraten TRIOSPHERE die Bühne, die kaum jemand kannte und die auch nirgends auf den Tickets als weiterer Act verzeichnet waren. Okay, also mal anhören, was die Norweger und ihre Frontshouterin so zu bieten haben. In jedem Fall ein überraschend langes Set mit 9 Songs. So ganz überzeugen konnten Sie jedoch nicht. Weder mit dem Titeltrack des ersten Albums „Onwards Part 2“ noch mit „The Silver Lining“ oder „Gunnin´ For Glory“. Einen kleinen Vorgeschmack mit zwei Songs gab es auch schon auf das zweite Album, welches im Frühling nächsten Jahres veröffentlich werden soll. Pluspunkte konnte die Band immerhin noch mit dem WASP-Medley sammeln, klar, die Songs kennt ja auch wirklich jeder.
Als zweiter Supportact mit kurioser Weise und einem großen „leider“ nur 7 Songs betraten PURE INC. die Bühne. Die Schweizer konnten alsgleich mit ihrem starken Tracks wie dem Opener „The End“ überzeugen und hatten sogar ihren eigenen Fanclub aus Dänemark dabei. Das ist Metal zum abrocken und Spaß haben, ganz wie es sein soll. Egal ob „Savior“ vom zweiten Album oder der Midtempotrack „Home“ vom aktuellen Album, es kam an. So wurde immerhin auch das Singalong Spielchen doch recht ordentlich umgesetzt. Sänger Gianni nutze die kleine Bühne so gut wie möglich aus und war sich für keinen Spaß zu schade. Okay, es war eh die letzte Show der Tour, aber es war schön anzusehen, dass noch immer die Spielfreude rüber kam. Mit „Serenade Of Agression“ und „Fear My Eyes“ gab es dann leider schon die letzten Songs des Sets.
Doch der Höhepunkt des Abends stand ja auch noch bevor: JORN LANDE. Er hat eine der wohl ausdrucksstärksten Stimmen und kann nicht nur auf den Alben damit überzeugen. Auch live zeigte er an diesem Abend einmal mehr seine Qualitäten. Mit „Soul Of The Wind“ und „Shadow People“ gab es einen ordentlichen Start. Und obwohl bereits die ganze Tour hinter den Norwegern lag, auch hier Spielfreude satt. Egal ob Gitarrist Tore oder Ulknudel Nic, es wurde gerockt und gelacht. Erster Höhepunkt, wenn man das bei der Aneinanderreihung von den allesamt guten Songs überhaupt sagen kann, war „We Brought The Angels Down“. Spätestens bei „Stormcrow“ konnten die meisten Anwesenden auch mitsingen. Zu meiner persönlichen Freude gab es auch „Tungur Knivur“, bevor Tore zum Solo kräftig in die sechs Saiten griff und professionell so knapp am Bühnenrand poste, dass man fast einen Absturz befürchtete. Als weiteres Schmankerl gab es die starke Version von Phil Lynotts „Are You Ready“. Auf der Setlist zwar verzeichnet, aber nicht gespielt wurde leider „Out To Every Nation“, was viele später vermissten, aber „Duke Of Love“ und „Stormbringer“ stimmten dann wieder versöhnlich, bevor es schon zur Zugabe ging, die ungewöhnlicherweise mit einem Drumsolo begann. Nicht, dass die Herren mit einer Zugabe gerechnet hätten, neiiiiiin. Doch das konnnten sie ja auch beruhigt, denn jeder hätte wohl gerne noch wesentlich mehr gehört. Nach dem „Wild Willy Solo“ gab es mit „War Of The World“ dann wirklich den letzten Song. Ein toller Abend. Kommt bald wieder, Olso ist doch gar nicht so weit (-;
(tennessee)
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