Mettla Festival - Braunschweig, Meier-Music Hall, 29.08.2008 |
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Eine Stadt wie Braunschweig braucht ein ordentliches Metal Festival dachte sich Stars In The City Macher „Ole“ Sander und rief das METTLA FESTIVAL ins Leben, eine Indoor Veranstaltung der härteren Sorte. Austragungsort der ersten Variante war die durch zahlreiche Konzerte etc. erprobte Meier-Music -Hall. Ca. 1.000 begeisterte Fans rockten in der nahezu ausverkauften Location ordentlich ab und konnten sich über ein sehr gut organisiertes Festival in gemütlicher Atmosphäre freuen, das zudem mit 10 EUR recht günstig war. Ärgerlich war nur, dass man aufgrund der teilweise gleichzeitig spielenden Bands, nicht wirklich alle Truppen sehen konnte. Vielleicht im nächsten Jahr das Billing ein bisschen ausdünnen, dann sollte auch das kein Hindernis mehr sein. Verwirrung herrschte zunächst einmal, als ich die Running Order in die Hände bekam: FOREVER IT SHALL BE waren für 19:35 Uhr vorgesehen, die dürfte ich damit gerade verpasst haben, dafür stand auf der großen Bühne eine Band, die gar nicht angekündigt war. Die Lösung: A TRAITOR LIKE JUDAS mussten ihren Gig canceln, FOREVER OT SHALL BE rückten dafür auf den 1:00 Uhr Termin. Auf der Bühne gaben die Hannoveraner Death / Thrasher INQUIRING BLOOD ihr Stelldichein und legten eine solide Show hin, die aber noch nicht wirklich zu Begeisterungsstürmen hinreißen konnte. Den an sich guten Songs fehlt irgendwie noch ein bisschen Schlagkraft. Es folgten die Braunschweiger Lokalmatadoren TARGET:BLANK, die musikalisch, als auch optisch nicht ganz zum Festival passten. DISTURBED kennen die Jungs jedenfalls nicht, haben sie nie gehört, würden sie nie spielen…im Ernst, der Stoff der Jungs erinnert wirklich schon eine ganze Ecke an die Amis, konnte aber durchaus begeistern. Dazu hatte man mit Dennis, dessen Look mit kitschigem Stirnband verboten gehört, den mit Abstand besten Sänger des Abends in den eigenen Reihen. Der Mann kann richtig gut singen, was das Publikum auch anständig honorierte. Eine gute Vorstellung. Dann war es Zeit für CRIPPER, auf die nicht nur ich gewartet hatte. Der große Saal füllte sich schnell und bereits beim ersten Ton, den die Truppe aus Hannover anstimmte, kochte der Laden. Da sage man nochmal, die Braunschweiger hätten nichts für die Landeshauptstadt übrig. Egal, CRIPPER, das ist neben einer absolut tighten Band natürlich Frontfrau Britta, die Energie geladen wie eh und je über die Bühne tobte und einmal mehr eindrucksvoll unter Beweis stellte, was für ein unglaubliches Organ sie hat. Ich vergleiche sie ganz gerne mit Toni von D.A.M.N. , die vielleicht ein bisschen extremer aber bei weitem stimmlich nicht so variabel ist. Da es inzwischen vor der Mainstage ordentlich voll war, konnte sich der schwarzhaarige Schreihals auch ein wenig Stagediving in der Menge erlauben und das Publikum so noch weiter einheizen. Nach 45 druckvollen Minuten war Schluss und CRIPPER hatten gezeigt, das mit ihnen zu rechnen sein wird. Den bald erhältlichen Re-Release des Albums „Freak Inside“ sollte sich niemand entgehen lassen. Dann war es an der Zeit für Braunschweig’s finest in Thrash und die hatten schon im Vorfeld für Furore gesorgt. „Haste schon gehört, HEADSHOT haben jetzt eine Sängerin?“, war so ziemlich der häufigste Satz, den ich am Abend zu hören bekam. Ja, HEADSHOT haben jetzt eine Sängerin, aber keine Unbekannte, sondern eine, die ihr Handwerk versteht. Ex-UPPERCUT Frontröhre Dani Karrer hat ihre Zelte in Braunschweig aufgeschlagen und verpasst dem lokalen Thrash Urgestein gleich eine ganz andere, sogar noch aggressivere Note. Dabei hat es Dani am Anfang gar nicht mal so leicht, sie hat erst im Juli Andy Bruer ersetzt und demzufolge sitzen die Songs noch nicht ganz. Ein wenig Ablesen ist also angesagt und die Nervosität, wie man denn so angenommen würde, musste auch erst einmal bekämpft werden. Mit der Zeit gab sich das aber und es zeigte sich, dass HEADSHOT, die den Fokus natürlich auf die aktuelle, sehr formidable Scheibe „As Above, So Below“, gelegt hatten auch mit Dani bestens ankommen. Die Meier-Music-Hall stand nicht nur in den ersten Reihen Kopf und feierte die Band vollkommen zu Recht ab. HEADSHOT kann man sich immer wieder ansehen. Yes, Sire! Der Ruf ist mittlerweile bekannt und auch bei METTLA wusste (fast) jeder, was Phase war. Aus Grailhaim City, Gerüchte besagen, es handele sich dabei um Hannover, kamen die GRAILKNIGHTS zu Besuch, um den Heiligen Gral zu finden. Musikalisch und optisch passen die vier edlen Ritter in Superhelden-Kostümen nicht ganz ins Bild, zogen aber eine sehr ansprechende Show ab. Launige Ansagen, tolles Stageacting, diese Truppe macht Spaß und kam auch prächtig bei dem auf härtere Klänge spezialisierten Publikum an. Man mag die Jungs peinlich oder innovativ finden, man muss einfach sagen, dass sie eine tolle Show abliefern. Man schaue sich nur die Bilder in unserer Galerie an. Aus Celle kamen DRONE vorbei, mit Sicherheit die bekannteste Truppe des Abends. Die Gewinner des 2006er Wacken Metal Battle sind inzwischen eine arschtighte Truppe geworden, die den Fans einen ordentlichen Thrash Metal Klumpen zum Fraß vorwirft. Zwar hat man sich immer noch nicht völlig von den großen Vorbildern MACHINE HEAD emanzipiert (Sänger/Gitarrist „Mutz“ geht optisch bald als zweiter Robert Flynn durch…) aber man ist aber auf einem guten Weg. Auf der Bühne sind die Jungs jedenfalls mehr als präsent, haben einen Mörder-Grove und haben die Music Hall ziemlich schnell im Griff. DRONE sind auf dem Weg nach oben, daran besteht kein Zweifel. Das sah auch das Publikum so und orderte einige Shirts. Der Metalcore Sektor ist in Deutschland einfach überfrachtet und an HEAVEN SHALL BURN, MAROON und CALIBAN kommt momentan eh keiner ran. FOREVER IT SHALL BE können es aber schaffen, wenn sie am Ball bleiben. Die Band legte auf der Mainstage eine richtige Energieleistung hin und gab 110 %. Shouter Tobi konnte keine Sekunde still stehen und schrie sich die Seele aus dem Leib, dass es einfach eine wahre Pracht ist. Dazu sind FOREVER IT SHALL BE handwerklich über jeden Zweifel erhaben und können ein wahres Feuerwerk abbrennen. Mit ein bisschen mehr Eigenständigkeit kann diese Truppe zu den Big 3 aufschließen. Auf jeden Fall war der finale Gig beim ersten METTLA FESTIVAL ein absolutes Highlight, auch wenn sich die Reihen zu später Stunde und aufgrund fortschreitenden Beck’s/Wolters Konsums schon etwas gelichtet hatten. (lk) Fotogalerien: |
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