Rock Harz Open Air 2008 - Donnerstag, 17.07.2008 |
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Zum zweiten Mal in Folge fand das ROCK HARZ in Osterode-Förste statt. Das malerische gelegene Areal Gelände am Ortsausgang hatte sich im vergangenen Jahr als ideal erwiesen. Und auch die Akzeptanz im Ort scheint ungleich höher zu sein. Während die Ausrichtung des Festivals bis 2007 in Dorste immer erst relativ kurzfristig nach zig Ortsratsentscheidungen und etlichen Bürgerbeschwerden festgemacht werden konnte, scheint es in Förste anders zu sein. Die Fans wurden freundlichst empfangen, der Ortsbürgermeister an seinem Geburtstag, ähnlich wie es in Wacken der Fall, durch eine rollende Kapelle von Zuhause abgeholt und insgesamt konnte man über das ganze Wochenende eine überaus entspannte Stimmung und Atmosphäre ausmachen. Leider war es in diesem Jahr nicht möglich, in unmittelbarer Nähe des Festivalgeländes zu campen. Als Ausweichzeltplatz wurde der alte Dorster Sportplatz, den man schon 2003 genutzt hatte ausgewählt. Erreicht werden konnte dieser entweder per pedes in ca. 45 Minuten oder per Shuttle, was recht reibungslos über die Bühne ging. Reibungslos war auch in den letzen Jahren die Organisation des ROCK HARZ. Dies traf auch dieses Jahr für das Stagemanagement zu, das trotz zahlreicher Schauer, Gewitter, Windböen etc. einen formidablen Job machte und die Veranstaltung nahezu ohne Probleme über die Bühne brachte. Woanders dagegen ging nicht alles ohne Nebengeräusche vonstatten respektive muss Kritik geübt werden. Durch die im Vorfeld andauernden Regengüsse, war das Abstellen der Autos auf dem Campground untersagt worden (was auch ohne Regen kaum hätte funktionieren können, da es einfach zu voll war), was den Veranstalter aber laut mehreren Augenzeugen dazu bewog, persönlich am Donnerstag von einigen Fans den Abbau einiger Zelte unter Androhung eines Platzverweises zu verlangen, weiß er wahrscheinlich nur selbst. Ebenso unschön ist es, 11 EUR Müllpfand zu kassieren, aber am Ende nur 10 Steine wieder rauszugeben. Für das kommende Jahr ist man schon in Verhandlungen, um ein Campinggelände in Nähe des Festivalgeländes zu organisieren, wollen wir hoffen, dass es zu einer für alle Beteiligten befriedigenden Lösung kommt. Der donnerstägliche Zutritt zum Gelände war dann schlichtweg eine Katastrophe und auch mein ansonsten sehr geduldige Kollege Dennis meinte, dass er nicht einmal in Wacken so lange angestanden hätte, trotz Akkreditierung wohlgemerkt. Der Einlass war viel zu klein dimensioniert und zu allem Überfluss wurden die Tageskarten noch an einer winzigen Kasse direkt am Einlass nebst Bändchenvergabe verkauft – da war der nicht unerhebliche Rückstau schon vorprogrammiert. Schade für die zu diesem Zeitpunkt schon aktiven Bands, die quasi unter Ausschluss der Öffentlichkeit spielten. Kollege Otto sieht das ähnlich. (lk) Im organisatorischen Bereich war dieses Jahr nicht alles optimal, was besonders den völlig verhunzten Einlass am Donnerstagabend und die Müllpfandgebühr betrifft. Die Festivalbändchen wurden ausschließlich beim ersten Einlass auf das Gelände ausgegeben, was zu einer Warteschlange von gefühlten 20 Kilometern und einer Wartezeit von gefühlten zehn Stunden führte. Warum man nicht eine oder zwei kleine Buden in der Stadt und/oder auf dem Campinggelände verteilt aufgestellt hatte, damit sich die Leute nach und nach ihre Bänder holen konnten (wie es bei anderen Festivals schon immer Ouzo ist…), wird wohl auf ewig das Geheimnis der Veranstalter bleiben. Immerhin verpassten nicht weniger Besucher und Fans durch diese Aktion zwangsläufig die ersten Bands am Donnerstag! Elf Euro für Müllpfand sind schon nicht ohne, aber den Müllpfand nur bis zwölf Uhr am Sonntag zurückzugeben und dann zu verschwinden, ist genauso eine Frechheit wie die Aussage des “Bediensteten“, die Säcke seien teilweise nicht voll genug gewesen und man solle „noch mehr Müll aufsammeln, sonst bekommt man nur die Hälfte der Kohle zurück“. Sorry, ich persönlich hatte keinen vollen Müllsack, sondern nur ein paar wenige Verpackungen. Jedenfalls habe ich eine solche Dreistigkeit im Umgang mit dem Müllpfandsystem noch nie zuvor erlebt, zumal es in den letzten Jahren reibungslos funktioniert hatte. Wenn man mit so etwas den Gewinn aufbessern will, dann ist das schlichtweg indiskutabel! (do) Auf dem Gelände wurde schnell klar, dass mittlerweile auch im (Vor) Harz die Preise für Verpflegung etc. auf dem Level von ganz anderen Großveranstaltungen angelangt sind. Während 3 Euronen für ein 0,4 Pils (Radeberger, Binding) schon alltäglich sind, muss man ansonsten schon den Kopf schütteln. 3 EUR für eine Bratwurst sind teurer als in der Fußball-Bundesliga, 3 Steine für ein kleines Stück Pizza happig und 5 EUR für ein Nackensteak im Brötchen schlicht unverschämt. Vielleicht ist es ja möglich, hier in Zukunft die Preisgestaltung ein wenig fanfreundlicher zu handhaben. Das ROCK HARZ wächst und wächst, was man nicht nur an den Namen der Headliner erkennt, sondern auch an der Größe der Bühnen. Noch vor ein paar Jahren war die Mainstage so groß wie die jetzige Second Stage. Heute ist die Mainstage ungefähr auf Niveau des größeren P:S:O:A und es ist nicht unwahrscheinlich, dass die V8 WIXXER noch nie auf so einer Riesenstage gespielt haben, weder als Wichser, noch als Wanker. Die deutsche Variante, der V8 Wankers kommt jedenfalls mit ihrem Prollo Metal Rock auch richtig gut an und gibt Gas ohne Ende. Da sitzt jedes Riff, da wird gnadenlos nach vorne geballert und wenn man einen positiv Verrückten wie Lutz Vegas am Mikro hat, kann eh nichts schief gehen. Will man Party auf der Bühne, kommt man an den zweisprachigen Wichsern nicht vorbei. Der Meister der Heimorgel gehört mittlerweile zum Inventar des ROCK HARZ und durfte am Party-Donnerstag gleich zweimal ran, um mit seinen Interpretationen von ABBA, SLAYER oder GUNS’N ROSES zu begeistern. Wie immer eine ganz kurzweilige Geschichte, auch wenn es nicht ganz mein Fall ist. Der nicht unbeträchtlichen Menschentraube vor der kleinen Bühne hat es aber sichtbar Spaß gemacht. „Blau Auf Dem Bau“ ist eigentlich das perfekte Motto für die Bremer Proleten Punk Institution DIMPLE MINDS, nur farblich hat es nicht ganz hingehauen. In grünen OP Kitteln enterten Olle, Ladde, Mao und Stefan die Bühne und schrubbten sich ordentlich einen runter. Klar, die Jungs hasst man oder liebt man aber man kommt nicht drum rum beim Stageacting oder den zu geilen Songtexten zumindest anerkennend zu schmunzeln. Zumindest eine sehr amüsante Angelegenheit, die von den Fans auch entsprechend honoriert wurde. TORFROCK haben eine Affinität zum Harz und zu Osterode. In der hiesigen Stadthalle und in der Förster Sporthalle haben die Werder-Fans schon begeistern gewusst und auch das ROCK HARZ ist für Klaus Büchner und seine Truppe kein Neuland. Schon 2004 stattete man dem Festival einen Besuch ab und konnte Begeisterungsstürme ernten. Das war auch heuer so, nur warum, will mir nicht in den Kopf. Klar, TORFROCK rocken schon irgendwie, spätestens, wenn Deutschlands bekannteste Biker-Hymne „Beinhart“ ertönt, entdeckt jeder den Brösel in sich, aber eigentlich ist eine Show der Hanseaten nichts Besonders, sondern eher professionell und routiniert. Der gute Klaus spielt ein wenig Blockflöte, macht einige Späßchen, nervt aber spätestens nach einer halben Stunde mit seinem „vielen, vielen Danke“. „Trunkenbold“ hin, „Volle Granate, Renate“ her, TORFROCK unterhalten zwar die Partylustigen Menschen im Nieselregen vor der Mainstage, aber ob man die Hanseaten unbedingt auf so einem Festival braucht? (lk) (lk) |
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